Ungarn lud Vertreter der französischen Botschaft vor

31. August 2015, 08:28
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Reaktion auf Kritik von Fabius an ungarischem Grenzzaun

Budapest/Paris – Nach deutlicher Kritik von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius an dem ungarischen Grenzzaun zur Abwehr von Flüchtlingen hat die Regierung in Budapest einen Vertreter der französischen Botschaft für Montag ins Außenministerium zitiert. Damit wolle Außenminister Péter Szijjártó Ungarns Haltung in dieser Angelegenheit deutlich machen, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Zum Rang des französischen Botschaftsvertreters wurden keine Angaben gemacht. "Anstelle von schockierenden und unbegründeten Verurteilungen sollte man sich lieber auf die Suche nach gemeinsamen Lösungen für Europa konzentrieren", rügte Szijjártó laut MTI. "Ein guter Europäer ist, wer die Regeln Europas befolgt", hieß es weiter. Zu diesen Regeln gehöre, dass sich "alle EU-Mitglieder verpflichten, ihre eigenen Grenzen sowie die Außengrenzen der EU zu schützen".

Fabius teilte aus

Die rechtsgerichtete ungarische Regierung hatte am Samstag mitgeteilt, sie habe den Stacheldrahtzaun an der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien fertiggestellt. Die Sperranlage soll weiter verstärkt werden. Fabius sagte am Sonntag den französischen Medien Europe 1, i-Tele und "Le Monde", der Zaun verletze "die gemeinsamen europäischen Werte". Die Barriere müsse wieder abgebaut werden. Fabius warf Ungarn und anderen osteuropäischen Länder zudem eine "skandalöse" Haltung vor, weil sie nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen wollen.

Nach Ungarn kamen seit Jahresbeginn fast 150.000 Flüchtlinge, rund 50.000 davon allein in diesem Monat. Die meisten von ihnen gelangen über Serbien ins Land und wollen über Österreich in Länder wie Deutschland oder Schweden weiterreisen. (APA, 31.8.2015)

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