Handyverträge: Künftig kürzere Kündigungsfristen

31. August 2015, 15:59
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Mit Gesetzesnovelle will Regierung auf Tarif- und Preiserhöhungen reagieren – Kritik von Mobilfunkern

Der Vorschlag schmeckt manchen heimischen Mobilfunkern ganz und gar nicht. Künftig sollen Handyverträge binnen eines Monats gekündigt werden können, dies sieht die Novelle des Telekommunikationsgesetzes vor, die derzeit zur Begutachtung vorliegt. Derzeit liegt die Kündigungsfrist bei manchen Anbietern bei einigen Monaten.

Reaktion auf Preis- und Tariferhöhungen

Damit reagiert die Regierung auf die teils kräftigen Preis- und Tariferhöhungen der Branche, die auch bereits die Bundeswettbewerbsbehörde auf den Plan gerufen hat. So soll wieder mehr Wettbewerb in den Markt gebracht werden, da Konsumenten "zeitnaher auf aktuelle Angebote am Markt" reagieren könnten. Auch wird so automatischen Vertragsverlängerungen das Wasser abgegraben.

"Warum nicht auch für Internetanbieter?"

Beim großen heimischen Netzbetreiber "3" versteht man nicht, warum verkürzte Kündigungsfristen nur für Mobilfunker gelten sollen. "Warum nicht auch für Internetanbieter?", kritisierte Firmenchef Jan Trionow. Auch sei der Wettbewerb bestens in Schuss, wie der Erfolg des Diskonters Hot zeige. Dieser konnte seit Jänner dieses Jahres bereits über 200.000 Kunden gewinnen. Bei Hot und anderen Mobilfunk-Newcomern kann man jederzeit kündigen. Die Kündigung gilt immer ab dem nächsten Monat.

Begutachtungsfrist endet am 18. September

Die Begutachtungsfrist für die Novelle des Telekomgesetzes endet am 18. September. Dann wird sich zeigen, ob sich die Regierung mit ihrem Vorhaben gegen den Widerstand einiger Mobilfunker durchsetzen kann. (Markus Sulzbacher, 31.8.2015)

Update 16:00: Der Artikel wurde mit Informationen über die verkürzte Kündigungsfrist ergänzt.

  • Künftig soll man schneller seinen Mobilfunkanbieter wechseln können.
    foto: reuters

    Künftig soll man schneller seinen Mobilfunkanbieter wechseln können.

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