Tausende Fährpassagiere saßen in Calais fest

31. August 2015, 09:05
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Seeleute blockierten nordfranzösischen Hafen

Calais – Genau zum Ferienende in Frankreich und anderen Ländern haben protestierende Seeleute den Fährverkehr in Calais für Stunden lahmgelegt. Tausende Reisende saßen wegen der Blockade des Hafens durch Mitarbeiter des Fährunternehmens Scop Seafrance, das derzeit abgewickelt wird, am Sonntagabend fest, teilte die Hafenpolizei mit. Erst Montag früh lief der Fährverkehr wieder normal.

Durch die Blockade mit Booten konnten Fähren des britischen Konkurrenzunternehmens P&O den Hafen der nordfranzösischen Stadt weder anfahren noch verlassen. In Calais lag eine Fähre mit 20.00 Passagieren fest, wie eine P&O-Sprecherin sagte. Insgesamt 3.200 Menschen warteten im Hafen darauf, an Bord von zwei weiteren Fähren gehen zu können. Außerdem habe eigentlich eine Fähre mit 900 Passagieren aus Dover über den Ärmelkanal nach Calais fahren sollen. Fähren mussten in Häfen in der Nähe – Boulogne-sur-Mer und Dunkerque – umgeleitet werden.

Erst Montag früh gegen 1.30 Uhr hoben die Seeleute ihre Blockade wieder auf, wie Behörden und Fährgesellschaften mitteilten. Begonnen hatte die Protestaktion am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr.

Letztes Ferienwochenende

Die Blockade traf das Fährunternehmen ausgerechnet am letzten Ferienwochenende in Frankreich. In Großbritannien wiederum war langes Wochenende, weil der Montag ein Feiertag war.

Hintergrund der Proteste sind Pläne, die Schiffe der Gesellschaft MyFerryLink, die von Scop SeaFrance bisher gechartert wurden, an den dänischen Konkurrenten DFDS zu verkaufen. Die Mitarbeiter fürchten deshalb um ihre Arbeitsplätze und hatten schon mehrfach mit Blockadeaktionen in Calais für Aufsehen gesorgt. In Paris sollte am Montag das letzte Protokoll zu der Vereinbarung über Scop SeaFrance unterzeichnet werden, das eine Übernahme von 407 der 487 Mitarbeiter vorsieht.

Am Montag wollte auch der französische Premierminister Manuel Valls mit Vertretern der EU-Kommission Calais besuchen. Die französische Hafenstadt stand in den vergangenen Wochen vor allem wegen der zahlreichen Flüchtlinge im Blickpunkt, die dort versuchen, auf Fähren oder durch den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Frankreich und Großbritannien hatten ihre Maßnahmen gegen die Fluchtversuche zuletzt verstärkt. (APA, 31.8.2015)

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