Lenker will Schlepper am Mittwoch auf A4 gesehen haben

30. August 2015, 18:39
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Lkw mit 71 Toten soll laut ungarischem Fernfahrer bereits am Mittwochvormittag auf Pannenstreifen geparkt haben

Neusiedl am See / Budapest – Ein ungarischer Fernfahrer will den Lkw, in dem am Donnerstag im Bezirk Neusiedl im Burgenland 71 tote Flüchtlinge entdeckt wurden, bereits am Mittwochvormittag auf der Ostautobahn (A4) gesehen haben. Auch gab er gegenüber dem Internetportal "Index.hu" an, dass er bei der Pannenbucht auf der Autobahn einen Schlepper gesehen habe.

Das berichtete das Portal am Sonntag. Der Fernfahrer habe sich bei "Index.hu" gemeldet und erklärt, er sei aus Deutschland kommend am Mittwoch nach Ungarn unterwegs gewesen, als er gegen 9.45 Uhr bei Parndorf den parkenden Lkw auf der Gegenfahrbahn wahrgenommen habe. Dabei habe er einen Mann gesehen, der die Hintertür des Lkw zuschlug. Dann sei dieser Mann panikartig zur Beifahrerseite eines vor dem Lkw abgestellten Pkws gelaufen und sei davongefahren.

Schlepper auf Foto erkannt

Als er am Donnerstag von der Tragödie erfuhr, sei ihm klar gewesen, dass er bei seiner Beobachtung jenen Augenblick wahrgenommen habe, in dem der Schlepper bemerkte, dass alle Menschen im Lkw tot waren, sagte der Fernfahrer dem Nachrichtenportal.

Am Samstag verhängte das Kreisgericht in Kecskemét Untersuchungshaft über vier festgenommene Verdächtige. Medien berichteten darüber und veröffentlichten Fotos der Männer. Auf einem will der Fernfahrer jenen Mann erkannt haben, der im Burgenland mit dem Auto vom Lkw davongefahren war.

Die Angaben des Fernfahrers, den Zeitpunkt seiner Beobachtungen betreffend, würden den bisherigen Ermittlungsstand infrage stellen. Bisher sind die Behörden davon ausgegangen, dass sich der Lkw am Mittwochmorgen noch unmittelbar vor der Grenze in Ungarn befunden habe. Er soll erst in der Nacht auf Donnerstag nach Österreich gefahren sein, hieß es vonseiten der burgenländischen Ermittler.

Die Aussage des Fernfahrers wurden vom ungarischen Landespolizeipräsidium nicht kommentiert. Auf Anfrage der APA hieß es von einer Sprecherin lediglich: "Kein Kommentar." "Index.hu" bezeichnete den Fernfahrer als "vertrauenserweckend", erklärte aber zugleich, seine Aussagen nicht kontrollieren zu können. Ob der Mann seine Wahrnehmungen auch der Polizei gemeldet hatte, blieb vorerst unklar. (APA, 30.8.2015)

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