Es ist Showtime

Einserkastl30. August 2015, 16:08
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Private Initiativen helfen den Schwächsten, andere stehen mit Fackeln vor Asylquartieren

Wenn in einer Demokratie zunehmend private Initiativen für minimal eingehaltene Menschenrechte beim Umgang mit Flüchtlingen sorgen müssen, weil der Staat damit nicht fertig wird, dann sind vielerlei Dinge möglich. Einerseits das Zusammenrücken der zivilen Gesellschaft, die auf den Grundgedanken der Demokratie und auf humanen Umgang mit den Schwächsten nicht verzichten möchte, auch wenn von oben so gut wie keine wirklich überzeugenden Vorbilder kommen. Das ist löblich, notwendig und verhindert noch größere Missstände als solche, die leider schon eingetreten sind. Gleichzeitig können sich die Verantwortlichen bequem zurücklehnen und den Idealisten großzügig das Feld überlassen: Irgendwer erledigt die Arbeit schon. Selbstverständlich unbezahlt oder sogar mit eigenen Mitteln. Andererseits kommen unter dem Schutzmantel der Akzeptanz des Inakzeptablen verstärkt jene hervor, die auch vorher schon für die Vergiftung des Klimas zwischen allen Beteiligten zuständig waren, und heben die Stimme gleich um mehrere Dezibel. Die Folgen könnten nicht unterschiedlicher sein: Die einen greifen beherzt zu Kartons, um sie, gut gefüllt mit Medikamenten und dem Notwendigsten, zu Hilfspaketen zu machen. Die anderen greifen zu Fackeln für Umzüge gegen mögliche Asylquartiere – in guter alter Tradition, die offensichtlich nicht mehr wirklich versteckt werden muss. (rab, 31.8.2015)

  • Humaner Umgang versus Ablehnung beim Umgang mit Flüchtlingen
    foto: apa/roland schlager

    Humaner Umgang versus Ablehnung beim Umgang mit Flüchtlingen

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