Waffenruhe im Südsudan offiziell in Kraft getreten

30. August 2015, 08:18
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Noch kurz vorher Kämpfe und gegenseitige Vorwürfe

Juba – Nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens ist im Südsudan in der Nacht auf Sonntag offiziell eine Waffenruhe in Kraft getreten. Die Feuerpause galt ab Mitternacht (Ortszeit; 23.00 Uhr MESZ), ihre Einhaltung schien allerdings nicht gesichert.

Der südsudanesische Regierungssprecher Michael Makuei hatte zuvor gesagt, die Rebellen hätten von Freitag bis Samstag eine Position der Regierungstruppen in Malakal, der Hauptstadt des Bundesstaates Upper Nile, angegriffen. Rebellensprecher James Gatdet Dak sagte dazu der Nachrichtenagentur AFP, die Regierungstruppen hätten in Malakal zuerst geschossen.

Präsident Salva Kiir hatte der Armee am Donnerstag befohlen, die Gefechte mit den Rebellen ab Freitag einzustellen. Rebellenführer Riek Machar rief am Freitag seine Truppen zur Einhaltung einer dauerhaften Waffenruhe auf.

Kiir unterzeichnet Friedensabkommen mit "ernsthaften Bedenken"

Kiir hatte am Mittwoch ein unter internationaler Vermittlung ausgehandeltes Friedensabkommen unterzeichnet, zugleich aber "ernsthafte Bedenken" gegen die Vereinbarung angemeldet. Der Staatschef überreichte den internationalen Vermittlern ein zwölfseitiges Dokument mit den Kritikpunkten seiner Regierung und rief dazu auf, das Abkommen noch einmal zu überarbeiten.

Rebellenchef Machar, der das Friedensabkommen schon eineinhalb Wochen vor Kiir unterzeichnet hatte, äußerte daraufhin Zweifel an Kiirs Friedenswillen. Der Uno-Sicherheitsrat bekräftige seine Drohung, im Falle einer Nichteinhaltung des Friedensabkommens Sanktionen zu verhängen.

Im Dezember 2013 war ein Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskaliert, verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass die Politiker unterschiedlichen Volksgruppen (Kiir ist Dinka, Machar ist Nuer) angehören. Seitdem wurden in dem jungen afrikanischen Staat bei Kämpfen und ethnisch motivierten Massakern zehntausende Menschen getötet. Rund 2,2 Millionen Südsudanesen flohen seit dem Konflikt. (APA/AFP, 30.8.2015)

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