2:4 – Rapid von Mattersburg ausgespielt

29. August 2015, 20:15
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Burgenländer setzen sich im Happel-Stadion mit sehenswertem Kombinationsfußball gegen zehn Grün-Weiße durch – Strebinger sah in der fünften Minute Rot

Wien – Die Serie von Fußball-Bundesliga-Spitzenreiter Rapid Wien ist in der 7. Runde gerissen. Nach 18 Spielen ohne Niederlage mussten sich die Hütteldorfer am Samstag im Ernst-Happel-Stadion Mattersburg 2:4 (0:1) geschlagen geben. Vorentscheidend für das Ergebnis war die Rote Karte für Goalie Richard Strebinger nach vier Minuten. Rapid führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Austria an.

Mattersburg ist damit das erste Team, das Rapid im Kalenderjahr 2015 bezwingen konnte. Nach dem Ausschluss hatten die Gäste klare Vorteile und spielten sich einige Chancen heraus. In Führung ging das Team von Trainer Ivica Vastic mit einem sehenswerten Heber von Michael Perlak (39. Minute). Nach dem Seitenwechsel trafen noch Thorsten Röcher (60.), Markus Pink (62.) und Thorsten Mahrer (78.) gegen eine zunehmend löchrig werdende Rapid-Abwehr. Tore von Deni Alar (51.) und Steffen Hofmann (81.) waren für die Wiener zu wenig.

Veränderte Startformation

Überlagert war das Spiel im Vorfeld von dem Transfertheater um Robert Beric. Der Slowene, der vor dem Absprung zum Ligue-1-Club AS St. Etienne steht, war nicht mehr im Aufgebot für das Match. Gerüchte, wonach er sich bereits am Weg nach Frankreich befand, wo er am Sonntag oder spätestens Montag präsentieren werden solle, wurden offiziell nicht bestätigt. Mit dem Wechsel schienen sich im Ernst-Happel-Stadion aber alle Protagonisten in Grün-Weiß abgefunden zu haben.

Rapid-Coach Zoran Barisic veränderte die Startformation im Vergleich zum Champions-League-Playoff-Rückspiel gegen Schachtar Donezk am Dienstag an vier Positionen. Neben dem großen Abwesenden Beric, für den Alar im Angriffszentrum begann, rückten auch Stefan Schwab, Philipp Schobesberger und Strebinger in die Mannschaft. Für Schwab bekam Srdjan Grahovac eine Pause verordnet, Schobesberger ersetzte Kapitän Hofmann, Strebinger nahm anstelle von Jan Novota im Tor Platz.

Schnelle rote Karte

Und der junge Keeper, der im Sommer von Werder Bremen gekommen war, stand gleich nach drei Minuten ungewollt im Mittelpunkt. Strebinger wollte bei einem Ausflug eigentlich vor Karim Onisiwo klären, spielte den Ball aber genau in die Füße von SVM-Goalgetter Markus Pink. Dessen Schuss wehrte er dann mit der Hand ab. Was folgte, war die logische Rote Karte in seinem dritten Bundesliga-Spiel. Da Novota nur auf der Tribüne saß, kam Dreier-Goalie Tobias Knoflach zu seinem Bundesliga-Debüt.

Mit zehn Mann musste Rapid erstmals in dieser Saison Abstriche von der gewohnten Spielweise machen. Statt Powerfußball mit klarem Ballbesitz-Vorteil war zunächst eine kompakte Defensive angesagt. Die Burgenländer waren klar im Vorteil, drangen immer wieder durch die Flügelspieler Onisiwo und Röcher in den Strafraum. Pink (19.), Manuel Prietl vor dem leeren Tor (22.) und Onisiwo (23.), der Knoflach zu seiner ersten Parade zwang, ließen gute Chancen aus.

Traumtor von Perlak

Rapid war in der Offensive jedoch nicht untätig – zumal auch die Gäste in der Abwehr nicht unbedingt sattelfest waren. So blockte Nedeljko Malic einen Alar-Schuss (34.), und Schobesberger scheiterte alleine vor Markus Kuster (38.). Praktisch im Gegenzug ging dann Mattersburg nach einer Kombination über Malic und Pink durch einen Bilderbuch-Heber von Perlak, der die Kugel in weitem Bogen über Knoflach hob, in Führung (39.).

Es dauerte nicht lange bis zur Reaktion der Hütteldorfer. Nachdem Schobesberger nach Kainz-Flanke direkt in die Mitte spielte, ließ Alar dort nichts anbrennen (51.). Für den Beric-Ersatz war es das zweite Saisontor. Mattersburg ließ sich dadurch aber nicht beirren und lag nach dem Billard-Treffer von Röcher wieder in Front (60.). Pink stellte nach einem fulminanten Onisiwo-Solo, bei dem er die halbe Rapid-Abwehr austanzte, auf 3:1 (62.).

Ergebniskosmetik durch Hofmann

Rapid versuchte, noch einmal zurückzukommen, musste mit Fortdauer des Spiels aber der numerischen Unterlegenheit Tribut zollen. Hinten ließen die Wiener viele Räume, die der SVM mit gefährlichen Kontern bespielte. Einen dieser Vorstöße schloss Verteidiger Mahrer in der 78. Minute relativ cool ab (78.). Zuvor hatte Pink nur die Stange getroffen (70.). Der eingewechselte Hofmann betrieb mit seinem Aufsitzer aus der zweiten Reihe nur noch Ergebniskosmetik (81.).

Für Rapid war es die erste Heimniederlage seit einer 2:3-Niederlage im Wiener Derby gegen die Austria am 9. November 2014. Mattersburg, das sich auf den vierten Platz verbesserte, gewann in der Bundesliga das erste Mal auswärts seit dem 18. August 2012 (1:0 gegen den WAC). (APA; 29.8.2015)

Bundesliga – 7. Runde:
SK Rapid Wien – SV Mattersburg 2:4 (0:1)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 14.300, SR Drachta.

Tore:
0:1 (39.) Perlak
1:1 (51.) Alar
1:2 (60.) Röcher
1:3 (62.) Pink
1:4 (78.) Mahrer
2:4 (81.) S. Hofmann

Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, Dibon, Auer – Petsos, Schwab (67. S. Hofmann) – Schobesberger, Schaub (6. Knoflach), F. Kainz (67. Prosenik) – Alar

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Mahrer, Farkas – Jano – Röcher (73. Grgic), Prietl, Perlak (85. Sprangler), Onisiwo – Pink (75. Templ)

Rote Karte: Strebinger (5./Torraub)

Gelbe Karten: keine

  • Mattersburg spielte groß auf. Die Offensive zauberte.
    foto: apa/ap/punz

    Mattersburg spielte groß auf. Die Offensive zauberte.

  • Mattersburg-Trainer Ivica Vastic auf Besuch bei der Rapid-Bank.
    foto: apa/ap/punz

    Mattersburg-Trainer Ivica Vastic auf Besuch bei der Rapid-Bank.

  • Patrick Farkas verabschiedet sich von den Fans.
    foto: apa/ap/punz

    Patrick Farkas verabschiedet sich von den Fans.

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