Jugendliche aus Gothic-Szene anfälliger für Depression

28. August 2015, 17:58
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Eine britische Studie hat Jugendliche untersucht und festgestellt, dass Anhänger der Gothic-Szene eher depressiv sind

Jugendliche aus der Gothic-Szene haben ein dreimal höheres Risiko einer Depression als andere Teenager. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschafter aus Großbritannien in einer am Freitag im Fachmagazin "The Lancet Psychiatry" veröffentlichten Studie mit mehr als 2.300 befragten Jugendlichen.

Die Forscher konnten aber nicht feststellen, ob die Zugehörigkeit zu der Subkultur, für die schwarze Kleidung und blass geschminkte Gesichter charakteristisch sind, depressiv macht – oder ob Jugendliche mit depressiver Veranlagung sich eher zur Gothic-Szene hingezogen fühlen.

Ursache und Wirkung

Wissenschafter um Lucy Bowes von der Universität Oxford befragten in einer Langzeitstudie britische 15-Jährige, welcher Jugendszene sie sich zugehörig fühlen und wie stark diese Verbindung ist. Drei Jahre später wurden die Studienteilnehmer auf mögliche Depressionen und Fälle von Selbstverletzung hin untersucht. Dabei fiel die besondere Anfälligkeit der Gothic-Anhänger für Depressionen auf.

"Jugendliche, die anfällig für Depressionen sind oder einen Hang zur Selbstverletzung haben, könnten sich von der Gothic-Subkultur angezogen fühlen, die bekannt dafür ist, Außenseiter aufzunehmen", schrieb Co-Autorin Rebecca Pearson von der Universität Bristol. Möglich sei aber auch eine Art "Ansteckung" innerhalb der Gruppe. Bei Jugendlichen aus der Gothic-Szene müsse besonders darauf geachtet werden, ob sie gefährdet seien und Unterstützung bräuchten. (APA, 28.8.2015)

  • In Leipzig findet jährlich ein Gothic-Festival statt. Auch dieses Jahr im Mai kamen Anhänger in voller Montur.
    foto: reuters

    In Leipzig findet jährlich ein Gothic-Festival statt. Auch dieses Jahr im Mai kamen Anhänger in voller Montur.

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