Subaru Forester: Viel Robustheit, wenig Prestige

Ansichtssache30. August 2015, 12:20
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Im Wald, da sind die Räuber – und keine Gendarmen

Das Schöne am Subaru Forester ist, dass man mit ihm nicht in den Wald fahren muss, dies aber unbesorgt tun kann. In diesem Kasten von Auto braucht man sich vor steilen Auffahrten nicht zu fürchten, wobei ohnehin die dazugehörigen Abfahrten am schlimmsten sind, da verflucht man schon einmal den eigenen Mut. Das fällt beim Forester weg, denn dieser doch etwas klobig und ungelenk daherkommende SUV ist so was von vertrauenseinflößend, dass es eine Freude ist.

foto: guido gluschitsch

Da schätzen wir, die gern Hand anlegen, sogar das Automatikgetriebe. Weil warum: Man kann nichts falsch machen, wenn der Mut mit einem durchgegangen ist. Das intelligente Fahrzeug mit großen Böschungs- und Rampenwinkeln weiß dank X-Mode (Offroad-Assistent auf Tastendruck) selbst am besten, wie es aus der Bredouille herausfindet.

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foto: guido gluschitsch

Abwärts geht's dann wie an der Leine, denn der Bergabfahrassistent gibt sogar die Geschwindigkeit vor. Dabei harmoniert der Zweiliter-Boxer-Turbodiesel mit vier Zylindern und 148 PS mit dem stufenlosen CVT-Getriebe(Lineartronic).

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foto: guido gluschitsch

Wem so viel Automatik zu autoritär erscheint, der kann über Schaltwippen am Lenkrad eingreifen und in sieben (virtuellen) Gängen manuell hoch- oder runterschalten. Nach wenigen Sekunden der Inaktivität oder beim Gasgeben springt der Automatikmodus wieder automatisch an – quasi stufenlos wechselwillig.

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foto: guido gluschitsch

Wer oft bremst, statt die Motorbremse wirken zu lassen, wird zwecks Schonung der Bremsen vom Lineartronic-System ausgebremst. Beim Bergabfahren versteht der Forester keinen Spaß. Wem dabei fad sein sollte: Die von Subaru zur Verfügung gestellte Testversion gewährte dank Panoramaglasdachs sensationelle Ausblicke in die Flora.

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foto: guido gluschitsch

Stichwort Spaß: Mit dieser Allradkiste lässt es sich so richtig cruisen: Sitze bequem, Ablagen reichlich vorhanden, sehr gute Geräuschisolierung, alles sehr praktisch, solide verarbeitet, ohne Firlefanz. Viel Platz sowieso, und zwar nicht nur in der ersten Reihe. Der Kofferraum fasst bis zu 1600 Liter, sofern die Rückbank umgelegt wird; sonst sind es 505 Liter, was für das ganz normale Leben ausreichend ist.

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foto: guido gluschitsch

Wer es fetziger liebt – zwischen 80 und 110 km/h könnte das Fahrwerk durchaus ein bisschen Biss vertragen –, muss früher und händisch schalten, was sich natürlich im Spritverbrauch niederschlägt. Diesbezüglich ist der Forester nicht gerade ein Sparefroh, aber Robustheit und Kraft müssen ja von irgendwoher kommen.

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foto: guido gluschitsch

Was den Forester noch sympathisch macht: Design stand augenscheinlich nicht im Mittelpunkt der Entwickler. Man hat erst gar nicht versucht, die Abstammung vom Geländewagen zu vertuschen, wenngleich die Displays (an ihnen mangelt es nicht) zeigen, dass die Digitalisierung bis in den Wald hinein nicht aufzuhalten ist. Bis wir Spurhalteassistent und Konsorten wegprogrammiert haben, dauerte es freilich ein wenig. Denn die Elektronik ist nicht so intuitiv wie bei manch anderen Konkurrenten. Fast übertrieben ist die elektrische Heckklappe. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Der Forester ist längst nicht so erdig wie seine Ahnen, kraftvoll ist er aber wie eh und je. Prestige und Eleganz kauft man sich besser anderswo. (Luise Ungerboeck, 30.08.2015)

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Subaru

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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