Milchpreisverfall wird geprüft

27. August 2015, 17:56
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Bundeswettbewerbsbehörde will Untersuchung starten

Wien / St. Pölten – Nach der Kritik des Bauernbundes an Dumpingpreisen für Milch und Schweinefleisch – der STANDARD berichtete – hat die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, ein Preismonitoring des Agrarmarktes durchzuführen. "Hätten wir etwas mehr Personal, wäre dies überhaupt kein Problem", hieß es von der BWB. Dies wäre der "günstigere Weg", als eine neue Regulierungsbehörde zu errichten.

Der Bauernbund hatte angesichts des Preisverfalls bei Milch und Schweinefleisch die Einführung eines Regulators "Agrarmarkt-Control" zur Marktüberwachung gefordert. Bauernbund-Präsident Jakob Auer (ÖVP) hatte scharfe Kritik an der Tiefpreispolitik des Lebensmitteleinzelhandels geübt.

Die BWB verfügt bereits über die gesetzlichen Grundlagen um ein Preismonitoring durchzuführen, und zwar, wie berichtet, seit 2012. Die Einführung einer weiteren Regulierungsbehörde wäre jedoch mit erheblichen Kosten verbunden, die am Ende die Bauern bezahlen müssten", so die Wettbewerbshüter.

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat bereits einmal ein Preismonitoring im Bereich Treibstoffe durchgeführt. Damals waren zwei Personen mit der Sache in der BWB betraut.

"Die Dumpingpreise des Lebensmittelhandels schaden den Bauern, den Tieren, der Umwelt und auch den Konsumenten", kritisierte die niederösterreichische Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner (ÖVP). Sie forderte "ein sofortiges Ende der Tiefstpreis-Aktionen bei Grundnahrungsmitteln im Lebensmittelhandel, die auf Kosten der kleinstrukturierten und nachhaltig produzierenden heimischen Landwirtschaft gehen". Auch müssten die gentechnikfrei erzeugten Produkte Handel und Kunden etwas wert sein. (APA; ruz, 28.8.2015)

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