Supermärkte am Ortsrand: Gebremste Verschwendung

Kommentar27. August 2015, 17:15
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Der Vorschlag Astrid Rössler, bei Neubauten in Hinkunft höhere Bebauungsdichten vorzuschreiben, ist gut überlegt

Die Bilder gleichen sich vom Boden- bis zum Neusiedler See: An den Ein- und Ausfallstraßen jeder größeren Ortschaft reiht sich Supermarkt an Supermarkt, dazwischen andere meist nur eingeschoßige Bauten, allesamt von zweifelhafter architektonischer Qualität. Daneben riesige, nur zu absoluten Spitzenzeiten gefüllte Parkplätze. Und das alles in bester Infrastrukturlage.

Der Wildwuchs eingeschoßiger Bauten hat Folgen. Eine davon ist der enorme Flächenverbrauch. Laut Umweltbundesamt werden in Österreich pro Tag über 22 Hektar Wiesen und Äcker verbaut. Das entspricht immerhin rund 31 Fußballfeldern. Natürlich geht die Fläche nicht nur für den Handel drauf, sondern wird auch für Straßen oder Industriehallen benötigt. Trotzdem: Gerade die eingeschoßigen Bauten sind echte Flächenfresser; dies nicht zuletzt, da sie vielerorts auf gut erschlossenen Grundstücken stehen, die sich auch für eine andere Verwendung hervorragend eignen würden – für den vielerorts an chronischem Grundstücksmangel leidenden Wohnbau beispielsweise.

Der Vorschlag der Salzburger Raumordnungsreferentin Astrid Rössler, bei Neubauten oder Erweiterungen in Hinkunft höhere Bebauungsdichten vorzuschreiben, ist gut überlegt. Er kommt zwar spät, und so werden bestehende Sünden nicht auf die Schnelle repariert. Aber zumindest gibt es bei neuen Projekten die Möglichkeit, dass die ohnehin raren Flächen vernünftiger genutzt werden. (Thomas Neuhold, 27.8.2015)

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