Wie sich Eltern und Kind auf den Kindergarten vorbereiten

Blog28. August 2015, 05:30
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Und was man tun kann, wenn das Kind nicht bleiben möchte

Viele Eltern sehen dem Tag, an dem ihr Kind in den Kindergarten kommt, mit Bangen entgegen. Sie fragen sich: Wird es meinem Kind dort gutgehen? Wie wird mein Kind reagieren, wenn ich mich verabschiede und es dort lasse? Und: Hoffentlich passen die Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen gut auf meinen Nachwuchs auf.

Auch Bernadette hat Bedenken. Dabei scheint sich ihr dreijähriger Sohn Anton schon auf den Kindergarten zu freuen. Er wünscht sich jeden Abend die gleiche Vorlesegeschichte. Das Buch handelt von einem kleinen Mädchen, das bald in den Kindergarten kommt. "Bald gehe ich in den Kindergarten", erzählt Anton jedem ganz stolz.

Kindergarten üben

Schnuppertage bereiten auf den großen Tag vor. Die Zwerge erleben, wie ein Kindergartentag ablaufen kann, und die Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen lernen die Eltern und das Kind kennen. Anton war an diesen beiden Tagen mit vollem Eifer dabei und wollte am Ende des Vormittages gar nicht nach Hause gehen.

Eine Trennung auf Zeit

Mit dem Kindergartenbeginn wird das Kind werktags eine Zeit lang von seinen vertrauten Bezugspersonen getrennt sein. Kinder, die das vorher schon erlebt haben, etwa bei einem Besuch bei Oma und Opa ohne Eltern oder bei einer Übernachtung bei der Tante, werden sich vermutlich leichter mit dem zeitlich begrenzten Abschied tun. Auch Kinder, die den Kindergartenalltag schon durch ihre älteren Geschwister kennengelernt haben, haben meist einen leichteren Start.

Für die meisten Kinder ist es hilfreich, beim Verabschieden zu sagen, wann sie wieder abgeholt werden. Auch das Mitnehmen des geliebten Stofftieres kann dem Kind beim Verabschieden Sicherheit geben.

Gemeinsame Vorbereitung

Es ist sinnvoll, den großen Tag zusammen vorzubereiten. Bernadette und Anton zum Beispiel suchen gemeinsam die Kindergartentasche, die Hausschuhe und alle anderen notwendigen Utensilien für den Kindergarten aus. Anton erlebt, dass er schon groß ist – damit wird auch seine Selbstständigkeit gefördert.

Kein Zeitdruck und Stress

Routine hilft. Bereits vor den ersten Tagen der Eingewöhnung ist es gut, in der Früh dafür zu sorgen, dass Aufstehen, Frühstücken und Weggehen in Ruhe und ohne Hektik verlaufen können. Zeitdruck und Stress werden das Kind nervös machen. Wenn Eltern zu einer fixen Zeit in der Arbeit sein müssen, kann es durchaus sinnvoll sein, sich für die Eingewöhnung ein paar Tage Urlaub zu nehmen.

Wenn das Kind nicht bleiben möchte

Doch was, wenn das Kind weint, sich anklammert und nicht bleiben will? Wie können Eltern, Kind und Kindergarten die Eingewöhnung und die Trennung gut meistern?

Wichtig ist die positive Einstellung der Eltern zum Kindergarten und der zeitlichen Trennung vom Kind. In vielen Kindergärten ist es möglich, in den ersten Tagen mit dem Kind gemeinsam für einige Zeit in der Gruppe zu bleiben. Sollte ein Kind dies brauchen, können Eltern versuchen, ihre Anwesenheitszeit täglich etwas zu verkürzen.

Für einige Kinder kann es hilfreich sein, wenn die Eltern möglichst schnell wieder gehen. Manche Kinder lassen sich leicht ablenken und beruhigen sich sehr schnell wieder. Oftmals sind es gerade diese Kinder, die dann nicht gehen wollen, wenn sie wieder abgeholt werden.

Pünktlich abholen

Wichtig ist, das Kind pünktlich zur vereinbarten Zeit wieder abzuholen. Das Kind muss sich auf Eltern und Bezugspersonen verlassen können, damit es auch die Zeit im Kindergarten genießen und sich nach Herzenslust darauf freuen kann, mit anderen Kindern zu spielen.

Das Gespräch suchen

Eltern sollten bei der Eingewöhnung den erfahrenen Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen vertrauen und den Kinderbetreuern wichtige Veränderungen im Leben ihres Kindes mitteilen. So ist es den betreuenden Menschen leichter möglich, das Kind und seine Gefühle besser zu verstehen und einfühlender darauf zu reagieren.

Reden Sie auch mit Ihrem Kind über den Kindergartentag, lassen Sie etwa am Abend vor dem Schlafengehen gemeinsam den Tag Revue passieren. Sorgen und Gefühle des Kindes sollen ernst genommen werden, aber auch die schönen Highlights des Tages müssen hier Platz haben. Dann kann der Tag gemeinsam mit einem guten Gefühl abgeschlossen werden.

Ihre Erfahrungen?

Wie haben Sie Ihr Kind auf den Kindergarten vorbereitet und wie war die Kindergarteneingewöhnung bei Ihrem Kind? Posten Sie Ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen im Forum! (Andrea Leidlmayr, Christine Strableg, 28.8.2015)

Andrea Leidlmayr und Christine Strableg bloggen auf derStandard.at/Familie und geben Eltern Tipps für den täglichen Erziehungsalltag.

  • Wie war Dein Kindergartentag? Lassen Sie den Tag gemeinsam mit Ihrem Kind Revue passieren.
    foto: apa / herbert neubauer

    Wie war Dein Kindergartentag? Lassen Sie den Tag gemeinsam mit Ihrem Kind Revue passieren.

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