Mord live: Kritik an Schockvideos auf Twitter und Facebook

27. August 2015, 15:13
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Auch von Menschen zu sehen, die sich gar nicht dafür interessierten – Kritik an Autoplay-Funktion

Die automatische Video-Wiedergabe bei Facebook und Twitter hat vielen Nutzern ohne Vorwarnung grausame Bilder vom Tod der beiden erschossenen TV-Journalisten gezeigt. Am Mittwoch waren in beiden Netzwerken Videoclips von der Bluttat vor laufender Kamera zu sehen – auch für Menschen, die sich dafür gar nicht interessierten.

Mitschnitte hochgeladen

Einerseits hatte der Todesschütze seine Tat gefilmt und das Video hochgeladen, außerdem hatten andere Nutzer einen Mitschnitt der TV-Übertragung weiterverbreitet. Zahlreiche Menschen, bei denen Beiträge mit diesen Videoclips im Nachrichtenstrom auftauchten, bekamen dadurch unfreiwillig die Ermordung der beiden Reporter zu sehen. Denn Facebook und Twitter führten als Standard-Einstellung ein, dass Videos von allein abgespielt werden, sobald der entsprechende Beitrag auf dem Bildschirm auftaucht. Zugleich beeilten sich die Online-Netzwerke, die Videos schnell zu löschen.

Nutzerbeschwerden

Diese Autoplay-Funktion war mit Blick auf Medieninhalte und Werbekunden eingeführt worden. Die Videos sind eine wichtige Einnahmequelle. Viele Nutzer beschwerten sich nun, dass sie dadurch den grausamen Bildern ausgesetzt wurden. "Autoplay bei Twitter und Facebook hat mich heute Zeuge eines Mordes aus mehreren Blickwinkeln werden lassen", kritisierte ein verantwortlicher Redakteur des Technologieblogs "The Verge".

  • Zwei US-Journalisten waren vor laufender Kamera erschossen worden
    foto: reuters/keane

    Zwei US-Journalisten waren vor laufender Kamera erschossen worden

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