Schildbürgermeister und Abgaslimits

Kolumne28. August 2015, 11:56
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Keine Frage, um die Umweltsituation zu verbessern, müssen die unterschiedlichsten Anstrengungen unternommen werden, und manchmal ist das auch nicht angenehm oder es kostet zumindest Geld.

Diesmal geht es um das Phänomen, dass die verkehrsbedingten Schadstoffe in der Luft nicht unbedingt weniger geworden sind, obwohl regelmäßig noch strengere Abgaslimits in Kraft treten. Die Ursache liegt in der explosionsartigen Vermehrung des Verkehrs, vor allem des Transportverkehrs, und in der hohen Beliebtheit der Dieselmotoren.

Die Härte für kleine Gewerbetreibende

Kern des Problems: Die Einführung des Partikelfilters für Dieselautos erfolgte relativ spät. Jetzt wurde ein großer Hebel in Bewegung gesetzt. Das Fahrverbot für alle alten Lkws im weit gefassten Großraum Wien wird seine Wirkung nicht verfehlen. Die Härte, nicht nur große Frächter mit dem Kauf neuer Lkws zu belasten, sondern auch kleine Gewerbetreibende, lässt sich damit begründen, dass diese Autos voll von der Steuer abgesetzt werden können.

Das Fahrverbot für Pkws, das jeder Bürgermeister für sein Dorf nun einführen könnte, hat hingegen gesellschaftliche Sprengkraft. Erstens: Man würde damit ein Problem lösen, das sich in wenigen Jahren ohnehin von selbst erübrigt, denn fährt jemand viel mit seinem alten Auto, ist es ohnehin bald Schrott, fährt er wenig, schadet er kaum. Zweitens: Es käme einer Enteignung gleich für viele, die das Autofahren ohnehin nicht zum Spaß betreiben.

Nur eines wäre sicher: Es würde wieder Kohle in die Kassen der Autoverkäufer und Geldverleiher spülen. (Rudolf Skarics, 28.08.2015)

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    foto: apa
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