Blauer Hassposter forderte Peitschenhiebe für Grüne

27. August 2015, 14:02
394 Postings

Ehemaliger FPÖ-Kandidat tobte sich vor Löschung seines Facebook-Profils auch ungestört auf Straches Seite aus

Wien/Graz – "500 Peitschhiebe für Alef Korun und Eva Glawischnig" (sic!) forderte im Jänner Karl K., ein mittlerweile aus der FPÖ ausgeschlossener Kandidat für die steirische Gemeinderatswahl, auf Facebook. Der Mann ist als einschlägiger Poster bekannt. Wie DER STANDARD berichtete, strengt die Grünen-Abgeordnete Alev Korun mehrere Verfahren gegen ihn an. Ein Richter ordnete die Löschung anderer Postings mit Beschimpfungen und Drohungen per Beschlagnahme an. Mittlerweile wurde das Facebook-Konto von K. gelöscht.

Hasspostings auf der Seite des Chefs

Das eingangs erwähnte Posting fand sich allerdings nicht auf seiner eigenen Facebook-Seite, sondern auf jener des Parteichefs: Heinz-Christian Strache. Dort stand es, wie Karl Öllinger von der durch die Grüne Bildungswerkstatt betriebene Seite stopptdierechten.at jetzt durch Screenshots und Google Cache beweisen will, vom 17. Jänner bis zur Löschung von K.s Facebook-Profil im August. Also mehrere Monate lang.

"Bei dieser Masse an Postings wird das wohl durchgerutscht sein", meint dazu der FPÖ-Pressesprecher Martin Glier auf STANDARD-Nachfrage. Man habe zwar Leute, die Straches Seite kontrollieren, "und auch Filter mit Schlüsselwörtern eingebaut", was aber nicht sofort entdeckt werde, könne schon einmal übersehen werden. "Peitschhiebe" dürfte nicht zu diesen Schlüsselwörtern gehören.

K. hinterließ aber noch ganz andere Kommentare auf Facebook, allerdings nicht auf der Seite Straches, immer aber unter seinem allseits bekannten Klarnamen und sichtbar für Parteifreunde. "Nicht einsperren – aufhängen!", empfiehlt er etwa für Grüne und behauptet: "Wer Grün wählt schändet auch Kinder!" (sic!).

Fischer ein "Vollidiot"

Aber nicht nur bei Grünen ging es öfter mit dem Mann durch: "Fischer, Faymann, Mitterlehner und Konsorten" beschimpfte er im April als "Vollidioten, Vaterlandsverräter, Verbrecher und Arschlöcher", während er einem früheren Südtirol-Terroristen "Rückgrat und Hausverstand" attestierte.

Für Öllinger steckt hinter der Tatsache, dass die Postings monatelang nicht gelöscht wurden, nicht Schlamperei, "sondern Kalkül". (Colette M. Schmidt, 27.8.2015)

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