Banken in Eurozone vergeben mehr Kredite

27. August 2015, 12:56
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Kredite an Firmen nahmen im vergangenen Monat um 0,9 Prozent zu, Geldmenge M3 wächst um 5,3 Prozent

Frankfurt – Banken vergeben dank der großen Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder mehr Kredite an Unternehmen. Die Institute reichten im Juli an Firmen außerhalb der Finanzbranche 0,9 Prozent mehr Darlehen aus als ein Jahr zuvor, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Im Juni lag das Plus nur bei 0,2 Prozent. Für EZB-Chef Mario Draghi sind das positive Nachrichten, da sie zeigen, dass sein Bondkauf-Programm langsam Wirkung zeigt. Die Währungshüter pumpen seit März mit dem Kauf von Staatsbonds jede Woche Milliarden in das Finanzsystem, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Anleihen sollen dadurch für Banken als Investment unattraktiver werden. Stattdessen sollen sie mehr Darlehen vergeben, was die Konjunktur positiv beeinflussen und die nach EZB-Sicht unerwünscht niedrige Inflation antreiben würde.

Volkswirte äußerten sich positiv zu den Daten: "Die geldpolitischen Anreize der EZB arbeiten sich in das System hinein", sagte Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Nach Einschätzung der Experten der Helaba zeigen die Zahlen, dass die Sorgen vor einem Preisverfall auf breiter Front – von Fachleuten "Deflation" genannt – "im Zuge sinkender Energiepreise nicht zu hoch geschraubt werden sollten." Die Preise im Währungsraum zogen im Juli lediglich 0,2 Prozent an. Damit ist die Teuerung derzeit noch meilenweit entfernt vom Ziel der EZB. Stabile Preise sehen die Währungshüter bei einer Inflation von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Geldmenge nimmt zu

Die Kredite an Haushalte wuchsen im Juli um 1,9 Prozent und damit etwas stärker als im Juni, als das Plus bei 1,7 Prozent lag. Die für den Währungsraum wichtige Geldmenge M3 nahm um 5,3 Prozent zu. Experten hatten mit einem Anstieg von 4,9 Prozent gerechnet. In der Geldmenge M3 sind unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit enthalten. Steigt M3 stark an, wird dies von Experten als Anzeichen für zunehmende Inflationsrisiken gedeutet. Zurzeit besteht diese Gefahr allerdings nicht. (Reuters, 27.8.2015)

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