Human Rights Watch wirft Saudi-Arabien erneut Streubomben-Einsatz vor

27. August 2015, 16:26
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Mindestens sieben Angriffe in jemenitischer Provinz Hajja

Riad – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition abermals den Einsatz geächteter Streumunition im Jemen vorgeworfen. Die heimtückischen Bomben seien nach den ersten Vorwürfen von Anfang Mai weiter verwendet worden, zuletzt Mitte Juli, erklärte HRW am Donnerstag. Die Organisation zählte mindestens sieben Angriffe mit Streubomben in der nordöstlichen Provinz Hajja, bei denen Dutzende Zivilisten getötet oder verletzt worden seien. HRW hatte erstmals Anfang Mai den Einsatz von Streubomben im Jemen angeprangert.

Keine Rücksicht auf Zivilbevölkerung

Die von Riad geführte Militärkoalition greift seit März Ziele der schiitischen Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten im Jemen an. HRW erklärte, vier der sieben Orte in Hajja, an denen Streubomben eingesetzt worden seien, hätten Mitarbeiter inspiziert. Überall seien Streubomben aus US-Produktion vom Typ M-26vom oder noch nicht explodierte Munition gefunden worden. Die Angriffe seien offenkundig "ohne Unterscheidung" zwischen militärischen Zielen und der Zivilbevölkerung erfolgt.

Streubomben setzen Hunderte kleinerer Bomben frei. Viele Blindgänger explodieren erst Jahre später. Genau wie Landminen geht die Munition bei Berührung in die Luft – wer nicht sofort getötet wird, überlebt meist schwer verstümmelt. Nach einem von 116 Staaten unterzeichneten Vertrag aus dem Jahr 2008 ist Streumunition international verboten. Saudi-Arabien, die USA und der Jemen schlossen sich dem Abkommen jedoch bisher nicht an. (red, APA, 27.8.2015)

  • Ein Angriff der von Saudi-Arabien angeführten Koalition auf die Hafenstadt Houdieda.
    foto: reuters/stringer

    Ein Angriff der von Saudi-Arabien angeführten Koalition auf die Hafenstadt Houdieda.

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