Jennifer Wenth läuft ins WM-Finale

27. August 2015, 10:39
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Erfolgserlebnis auch für Beate Schrott mit Halbfinal-Einzug über 100 m Hürden – Diskuswerfer in Qualifikation ausgeschieden

Peking – "Na dann, geil! Jetzt gehe ich in die Eistonne!" Österreichs 5.000-m-Läuferin Jennifer Wenth hat erst Minuten nach ihrem Vorlauf in Peking überrissen, dass sie sensationell in das WM-Finale eingezogen ist, und griff sich fassungslos an den Kopf. Im Gespräch mit Journalisten hatte sie bereits ein Jahr voraus zu Olympia geblickt, als diese ihr sagten, dass sie auch in China noch einmal ran darf.

Den überraschenden Finaleinzug realisierte die Freiluft-EM-Elfte von 2014 in Zürich über 5.000 m und Hallen-EM-Neunte über 3.000 heuer in Prag nur nach und nach. "Bin ich jetzt weiter? Ich habe ja nicht mitgezählt, aber ich habe nie gedacht, dass es sich mit der Zeit ausgeht", sagte die wegen der schwülheißen Bedingungen tropfnasse Wenth, die für die erste WM-Finalteilnahme Österreichs seit 2009 sorgte. Damals war Diskuswerfer Gerhard Mayer Achter geworden.

"Im Finale habe ich nun nichts zu verlieren, ich freue mich über jeden Platz, und wenn ich eine hinter mir lasse noch mehr."

Verbesserungspotenzial

Wenth hatte sich im WM-Vorfeld eine minimale Chance ausgerechnet, die Vorrunde zu überstehen. Ihre persönliche Bestleistung steht seit heuer bei 15:16,12. Sie wusste, dass sie es in Peking nur über die Zeitregel schaffen kann. Laut Aufstiegsmodus kamen die jeweils Top-Fünf sowie die nächsten fünf Zeitschnellsten weiter, die Österreicherin war im zweiten der zwei Läufe an der Reihe. "Das Rennen war sehr langsam, dabei war der erste Lauf auch nicht so schnell, ich habe das nicht verstanden. Das war auch für mich langsam, aber da kann man nichts machen."

Wenth kam als Siebente in 15:43,57 ins Ziel, und als Fünfte noch über die Zeitregel weiter. Schnellste war die Äthiopierin Almaz Ayana in 15:09,40.

"Nicht superschlecht, nicht supergut, ich hätte aber nicht schneller laufen können. Der Schritt hat sich nicht so gut angefühlt, ich laufe meistens besser nach der ersten Belastung", sagte Wenth, die das nun am Sonntag (13.15 Uhr MESZ) zeigen darf.

Schrott zeigt auf

Mit ihrer besten Vorlaufzeit bei Freiluft-Meisterschaften auf Weltebene hat Hürdensprinterin Beate Schrott ihr Ziel mit dem Semifinaleinzug bei der Leichtathletik-WM in Peking erreicht. "Es war eine solide Leistung. Ich wäre natürlich gern unter 13 Sekunden gerannt, aber ich war knapp dran", sagte die 27-Jährige nach den 13,04 Sekunden bei einem Meter Gegenwind, die Gesamtrang 19 bedeuteten.

Trotzdem wurde die Angelegenheit für die Olympia-Achte und EM-Dritte von 2012 vor dem Fernseher in der Mixed Zone zur Zitterpartie. Sie musste alle Vorläufe abwarten, denn in ihrem war sie nur Fünfte geworden und hatte den Direktaufstieg um einen Rang verpasst. Über die Zeitregel ging es sich aber gut aus. 2011 bei der WM in Daegu war Schrott mit 13,25 in die Titelkämpfe gestartet, 2012 bei Olympia in London mit 13,09. 2013 in Moskau fehlte sie verletzungsbedingt.

Bittere Pille für Mayer

Von den zwei österreichischen Diskuswerfern, die beide mit Superwürfen über 67 m und in den Top-Sechs der Weltrangliste nach China gereist waren, durfte Lukas Weißhaidinger zufrieden sein. Die 61,26 m des 23-jährigen WM-Debütanten reichten allerdings nicht für den Einzug in das Finale der Top-Zwölf, er wurde damit 20. Letztlich fehlten 1,22 m. Die Topweite erbrachte der Jamaikaner Fedrick Dacres mit 65,77.

Gerhard Mayer trat verletzt an, der WM-Achte von 2009 war mit leichten Rückenschmerzen in den Flieger ein- und mit großen ausgestiegen. Die Diagnose lautet verschobenes Kreuzdarmbeingelenk. "Wir haben das leider nicht hinbekommen. Ich habe versucht, trotz der Schmerzen noch einen rauszureißen. Wenn ich so lange dafür trainiere, will ich es bis zum bitteren Ende probieren", erklärte der schwer enttäuschte Mayer.

"Ich habe mir heute auch das Einwerfen gespart, die anderen haben komisch geschaut, weil ich nur imitiere. Ich habe alles versucht, das war meine einzige Chance zu werfen. Es ist eine Katastrophe, aber was soll ich machen." Er werde die Verletzung jetzt ausheilen und sich dann auf Rio vorbereiten, auch er hat sein Ticket bereits in der Tasche. Sein einziger gültiger Versuch in der Peking-Qualifikation ging übrigens auf 57,73 m, das bedeutete den 30. Platz. (APA, red, 27.8.2015)



  • Jennifer Wenth darf am Sonntag noch einmal alles geben.
    foto: epa/suki

    Jennifer Wenth darf am Sonntag noch einmal alles geben.

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