BMW-Bonitätsanleihe mit 1,5 Prozent Zinsen

27. August 2015, 07:53
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Ein Kreditereignis bei BMW sollte ausbleiben

BMW bedient den Markt für Premium-Kraftfahrzeuge weltweit nach wie vor erfolgreich – das konnten die Münchner mit der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr wieder unter Beweis stellen. Die Umsätze werden derzeit zu 80 Prozent in der Automobilsparte erzielt, 18 Prozent entfallen auf Finanzdienstleistungen und 2 Prozent auf Motorräder.

Zwar sank die Marge im Automotive-Bereich im zweiten Quartal um 3 Prozentpunkte unter den Vorjahreswert, dagegen stiegen die Umsätze im gleichen Zeitraum um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Verkaufszahlen von 1,1 Mio. Einheiten im ersten Halbjahr bleibt Europa mit einem Plus von nahezu 10 Prozent auf 488.000 Einheiten der größte Absatzmarkt, gefolgt von den USA und China mit jeweils etwa der Hälfte. Die Rating-Agentur S&P beurteilt den Ausblick für den Schuldendienst von BMW als stabil und bewertet die langfristige Kreditwürdigkeit mit A2; auch Moody’s stellt die Note A+ aus bei einem ebenfalls stabilen Gesamtausblick.

Fünf Jahre Laufzeit

Die HSH Nordbank begibt für zinsaffine Anleger eine Bonitätsanleihe auf die Kreditwürdigkeit von BMW, die noch bis zum 4.9.2015 unter der ISIN DE000HSH41K0 zu 100 Prozent ohne Ausgabeaufschlag gezeichnet werden kann. Das Wertpapier zahlt einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,5 Prozent (kleinste Stückelung: 1.000 Euro Nennwert) und wird planmäßig am 13.07.2020 zurückgezahlt. Sowohl die einzelnen Kuponzahlungen als auch die Rückzahlung des Nennwerts am Laufzeitende sind jedoch an die Bedingung gekoppelt, dass während der gesamten Laufzeit kein Kreditereignis eintritt.

Ein Kreditereignis ist durch den unabhängigen Branchenverband ISDA (International Swaps and Derivatives Association) definiert als Insolvenz, Nichtzahlung von Verbindlichkeiten oder Restrukturierung. Sobald ein Kreditereignis festgestellt wird, fallen die Zinszahlungen der Bonitätsanleihe aus. Es treten dann unweigerlich Kapitalverluste ein, denn der spätere Rückzahlungsbetrag entspricht in etwa der Konkursquote, mit der auch vergleichbare BMW-Anleihen bedient werden. Der Prozess der Feststellung der genauen Rückzahlungsquote kann dabei durchaus länger dauern als die ursprüngliche Laufzeit der Bonitätsanleihe.

ZertifikateReport-Fazit: Die HSH Bonitätsanleihe auf BWM spricht Anleihe-Investoren an, die sich auch für eine klassische Unternehmensanleihe von BMW entscheiden würden, da sie das entsprechende Kreditrisiko (zusätzlich zum Kreditrisiko der Emittentin HSH Nordbank) übernehmen. Die im Vergleich zum Marktzinsniveau höheren Zinszahlungen reflektieren genau dieses Risiko.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf des DAX-Index oder von Anlagezertifikaten auf den DAX-Index dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Thorsten Welgen ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.

Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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