Aus zwei Sternenkokons schlüpft ein Schmetterling

30. August 2015, 18:57
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Neue Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt eine ganz besondere Variante eines planetarischen Nebels

München – Wenn ein Stern, der mit unserer Sonne vergleichbar ist, das Ende seines ersten Lebens erreicht, bläht er sich zum Roten Riesen auf und wirft die äußerste Schicht seiner Gashülle ab. Diese breitet sich oft in annähernder Kugelform aus und wird von dem in seinem Zentrum zurückbleibenden Stern, der zum Weißen Zwerg schrumpft, zum Leuchten gebracht. Für einige zehntausend Jahre ist das Gas nun als sogenannter planetarischer Nebel zu bewundern.

Wenn der Ausgangspunkt kein einzelner Stern, sondern ein binäres System ist, dann kann dabei so etwas wie der etwa 2.100 Lichtjahre von uns entfernte Schmetterlingsnebel (M2-9) herauskommen. Dieses System besteht aus einem Stern, der die 0,6- bis 1-fache Sonnenmasse hat, und einem von 1,0 bis 1,4 Sonnenmassen. Dieser größere Stern hat seine Hülle abgestoßen, während der kleinere ihm voraus und bereits ein Weißer Zwerg ist.

Mit dem Hubble-Teleskop gelangen neue detailscharfe Aufnahmen dieses Nebels. Seine Form dürfte eine Folge der Bewegung der beiden Sterne sein: Astronomen nehmen an, dass ein solcher Weißer Zwerg seinen Partner umkreist und das von ihm ausgestoßene Gas in zwei Jets und in flügelartig aussehende Fronten drängt, anstatt eine gleichmäßig sphärische Ausbreitung zuzulassen. Das Alter des Nebels schätzen Astronomen auf nur 1.200 Jahre – die Flügel sind also immer noch dabei, sich zu entfalten. (red, 30. 8. 2015)

  • Im Kern des Schmetterlingsnebels liegen zwei Sterne, die einander einmal etwa alle 100 Jahre umkreisen.
    foto: esa/hubble & nasa acknowledgement: judy schmidt

    Im Kern des Schmetterlingsnebels liegen zwei Sterne, die einander einmal etwa alle 100 Jahre umkreisen.

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