Kapsch fordert mehr "Mut in der Führung des Landes"

26. August 2015, 18:15
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Der Präsident der Industriellenvereinigung verteidigt bei den Technologiegesprächen in Alpbach die Forschungsprämie

Alpbach – "Aufbruchstimmung" haben während der Technologiegespräche in Alpbach schon viele Teilnehmer gefordert. Am Mittwochnachmittag tat es ihnen Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), gleich und meinte mit diesem Einleitungsstatement zu einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Forschungsratschef Hannes Androsch, Österreich und seine Bundesregierung wachrütteln zu können. Er forderte mehr "Mut in der Führung des Landes", wollte diese Aussage aber nicht mit Namen konkretisieren, um sogar auf eine allgemeine Diagnose zu schwenken: "In Europa fehlen die Visionen."

Der Grund für den Auftritt von Kapsch? Österreich stürzt in diversen Rankings in den Kriterien Wirtschaft, Bildung und Forschung ab. Dem Land gehe vor allem das Geld für "Bildung und Forschung" aus. Kapsch präsentierte aktuelle Zahlen: Der österreichische Staat gebe nur 25 Prozent für Bildung und Forschung aus. Kapsch forderte einen schlankeren Staat und mehr "Freiheiten" und weniger Bürokratie für Unternehmen.

Steuerliche Erleichterung

Eine dieser "Freiheiten" wird Kapsch mit "Händen und Füßen verteidigen": Die Forschungsprämie, die im Zuge der jüngsten Steuerreform ohne vorherige Evaluierung ihrer Wirkung von zehn auf zwölf Prozent erhöht wurde. Diese steuerliche Erleichterung wird forschenden Unternehmen nach einer Prüfung durch die Forschungsförderungsgesellschaft FFG vom Finanzministerium zugesprochen. Laut dem jüngsten Technologiebericht 2015 (vor der Erhöhung) schätzen Statistik Austria und Finanzministerium, dass der Bund dafür mittlerweile 493 Millionen Euro flüssigmacht. Kapsch argumentiert, die Forschungsprämie sei ein zentraler Anreiz für ausländische Unternehmen, hierzulande überhaupt in Forschung zu investieren. Und schließt: "Ich bin mir gar nicht sicher, ob man ihre Wirkung evaluieren muss, obwohl wir uns dagegen sicher nicht wehren."

Forschungsratschef Androsch forderte ebenfalls "mutigere Ansätze für die Zukunft" von der Bundesregierung. "More of the same" würde nicht nur Stimmenverluste, sondern das Land auch "von der Überholspur auf die Kriechspur" bringen. (Peter Illetschko, 27.8.2015)

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