"Der Blunzenkönig": Geschlachtet und verwurstet

26. August 2015, 16:41
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Der Film liefert völlig ironiefrei alle greifbaren Klischees

Das Reich des Blunzenkönigs ist sein Wirtshaus. Am Herd hat er eine gute Seele (die Rösli), im Lagerhaus einen Sohn (den Franzl), im Stall eine Sau (die Mariandl). Das ist der Weinviertler alten Schlages, wie man ihn sich im österreichischen Kino vorstellt, wenn man eine Rolle für Karl Merkatz schreibt.

austrianfilm

Es war demnach nur mehr eine Frage der Zeit, bis "Der Blunzenkönig" alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Man reagiert dennoch mit Fassungslosigkeit. Nicht darüber, dass der Franzl (Andreas Lust) eine Wienerin (Jaschka Lämmert) geschwängert hat und den abgesandelten Betrieb zu einem Bioladen macht. Herzinfarkt beim Blunzenkönig. Sondern über die Selbstverständlichkeit, mit der hier völlig ironiefrei jedes greifbare Klischee verwurstet wird. Einsicht ist überall willkommen, aber dann sitzt der König bei seiner Sau und man selbst schon im Kino. (pek, 26.8.2015)

  • Hoffentlich muss Andreas Lust am Ende für "Blunzenkönig" Karl Merkatz keine Sau schlachten.
    foto: bonusfilm

    Hoffentlich muss Andreas Lust am Ende für "Blunzenkönig" Karl Merkatz keine Sau schlachten.

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