Grüner Star: Hoher Blutdruck schädigt die Augen

26. August 2015, 12:26
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Insbesondere Medikamente, die zu einem starken nächtlichen Abfall des Blutdrucks führen, können Sehnerv und Netzhaut schädigen, warnen Mediziner

Stuttgart – Der "Grüne Star", auch Glaukom genannt, ist eine der häufigsten Augenerkrankung im höheren Alter. Dabei können fortschreitende Schäden am Sehnerv zu Verlust der Sehkraft bis hin zur Erblindung führen.

Als bedeutendster Risikofaktor für ein Glaukom gilt ein erhöhter Augeninnendruck, der einerseits einen mechanischen Schaden am Sehnerv bewirkt und gleichzeitig die Durchblutung des Sehnervs stört. Die Senkung des Augeninnendrucks ist darum auch der wichtigste Therapieansatz: "In den meisten Fällen lässt sich das Fortschreiten eines Glaukoms durch die drucksenkende Therapie verlangsamen", sagt Norbert Pfeiffer von der Augenklinik der MedUni Mainz.

Gänzlich aufhalten könne man die Erkrankung damit in manchen Fällen jedoch nicht. "Darum ist es wichtig, auch Faktoren außerhalb des Auges bei der Glaukomtherapie zu berücksichtigen", ergänzt der Mediziner. Dazu gehöre auch erhöhter Bluthochdruck, die häufigste begleitende Systemerkrankung bei Glaukompatienten. Studien haben gezeigt, dass ein erhöhter Blutdruck auch den Augeninnendruck ein wenig in die Höhe treibt. "Viel schädlicher für das Auge ist aber ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus des Blutdrucks", so Pfeiffer.

Gefahr durch blutdrucksenkende Medikamente

Bei einem normalen Menschen schwankt der Blutdruck je nach Tageszeit und ist nachts normalerweise etwas niedriger als am Tag. Fällt der Blutdruck jedoch über Nacht zu stark ab, stört das die Durchblutung des gesamten Auges, zumal der Augeninnendruck im Liegen höher ist und damit die Durchblutung gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten muss.

"Insbesondere Netzhaut und Sehnerv können dann Schaden nehmen und das Sehvermögen der Betroffenen beeinträchtigen", betont der Mediziner. Gefährdet für solche Durchblutungsstörungen sind Menschen mit einem ohnehin zu niedrigen Blutdruck. Allerdings gibt es auch einige Medikamente gegen Bluthochdruck, die den Blutdruck über Nacht stark abfallen lassen. Das betrifft sowohl systemische als auch einige am Auge angewendeten Medikamente.

"Eine Absprache zwischen Augenarzt und Hausarzt oder Hypertensiologen erscheint hier sinnvoll, um sowohl Bluthochdruck als auch Glaukom langfristig optimal zu kontrollieren", meint der Augenmediziner Martin Hausberg. (red, 26.8.2015)

  • Bluthochdruck ist die häufigste begleitende Systemerkrankung bei Glaukompatienten. Besonders problematisch sind Medikamente, die den Blutdruck über Nacht stark abfallen lassen, betonen Augenmediziner.
    foto: dpa/uli deck

    Bluthochdruck ist die häufigste begleitende Systemerkrankung bei Glaukompatienten. Besonders problematisch sind Medikamente, die den Blutdruck über Nacht stark abfallen lassen, betonen Augenmediziner.

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