"Star Citizen"-Hersteller droht Sammelklage: Wo ist das Geld der Fans hin?

Bericht26. August 2015, 12:19
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Kläger fordert Erscheinungsdatum und Einblick in die Finanzen

Der Streit rund um Derek Smart und das Entwicklerteam von "Star Citizen" geht in die nächste Runde. Der Gamedesigner ("Battlecruiser Millennium") äußerte in seinem Blog schon früher massive Kritik an der Umsetzbarkeit der kommenden Weltraum-Simulation. Das Spiel könne nicht in dem Umfang entwickelt werden, wie es von den Herstellern angepriesen wird.

Nun fordert er in einer online veröffentlichten Unterlassungsordnung einen Einblick in die Finanzen des Projekts und verlangt nach der Bekanntgabe eines genauen Erscheinungsdatums. Smart droht mit einer Sammelklage, sollte der Antrag innerhalb der 30-tägigen Frist unzureichend beantwortet werden. Das Schreiben wurde von einem Rechtsanwalt verfasst und richtet sich gegen Chris Roberts und sein Team bei Cloud Imperium Games.

Digitale Schiffe für 2.000 Dollar

Die Entwicklung von "Star Citizen" wurde erstmals 2012 über eine Kickstarter-Kampagne von Spielern finanziert, bei welcher etwas mehr als zwei Millionen Dollar lukriert werden konnten. Nachdem diese ausgelaufen war, lief die Finanzierungsaktion auf der Homepage Roberts Space Industries weiter, mit welcher bisher fast 88 Millionen US Dollar (76,5 Millionen Euro) aufgebracht wurden. Unter anderem können Fans dafür digitale Schiffe erwerben, die preislich zum Teil über 2.000 Dollar liegen.

Rückerstattung für Förderer

Als Kaufmotivation versprachen die Entwickler den Förderern zahlreiche Neuerungen und laufende Updates. Bisher gibt es aber weder ein Erscheinungsdatum, noch neue Spielinhalte. Diese begrenzen sich auf einen Hangar zum Lagern und Beobachten von Raumschiffen, sowie auf einen Multiplayer-Kampfmodus, namens Arena Commander.

Der Kläger fordert deshalb auch eine monetäre Entschädigung für alle Förderer, die diese wünschen. "Smart beansprucht, dass Sie Rückerstattungen an alle erlassen, die nach einer solchen verlangen, ungeachtet dessen welche Kampagne sie unterstützt haben. Uns ist bekannt, dass sich zahlreiche Konsumenten über das Projekt beschwert haben, wovon aber nur wenige, wenn es überhaupt irgendjemand war, eine Rückzahlung erlangt haben", heißt es in dem Schreiben.

"Geld fließt nicht in die Entwicklung"

Hohe Geldsummen seien zudem nicht in die Entwicklung geflossen, sondern für anderweitige Aufwendungen verwendet worden. "Anstelle das Spiel zu produzieren, oder den Förderern die Belohnungen zukommen zu lassen, habt ihr die Fundraising-Kampagne auf der Roberts Space Industries-Website fortgesetzt und den Umfang des Spiels erneut deutlich angehoben, was mit verschiedenen Aufwendungen – darunter Ausgaben für Public Relations, weltweite Mediaevents und persönliche Ausgaben – verbunden war, die nicht in die Entwicklung des Spielmaterials geflossen sind."

Smart selbst hatte das Kickstarter-Projekt mit einem Betrag von 250 Dollar gefördert. Die Summe hat er bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Auseinandersetzung zurückerstattet bekommen. (lmp, 26.8.2015)

  • Die kommende Weltraum-Simulation "Star Citizen" sorgt bei Teilen der Community für heftige Kritik. Der Umfang des Spiels sei in der Entwicklung nicht umsetzbar. Bisher steht noch kein Erscheinungsdatum für das per Crowdfunding finanzierte Projekt fest.

    Die kommende Weltraum-Simulation "Star Citizen" sorgt bei Teilen der Community für heftige Kritik. Der Umfang des Spiels sei in der Entwicklung nicht umsetzbar. Bisher steht noch kein Erscheinungsdatum für das per Crowdfunding finanzierte Projekt fest.

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