Chinas Börsenaufsicht nimmt Aktienhändler unter die Lupe

26. August 2015, 10:57
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Kurse in China gaben am Mittwoch zunächst noch nach, zogen dann aber an

Schanghai – Die chinesische Börsenaufsicht nimmt nach den heftigen Kursturbulenzen der vergangenen Wochen Aktienhändler wegen des Verdachts illegaler Geschäftspraktiken stärker ins Visier. Am Mittwoch erholten sich die Märke in Asien anfangs wieder, schlossen aber einmal mehr im Minus.

Acht Mitarbeitern des größten chinesischen Handelshauses CITIC werden Verstöße gegen die Börsenregeln vorgeworfen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. CITIC sei über das Vorgehen nicht informiert worden, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung an die Hongkonger Börse. Die Geschäfte liefen normal weiter.

Vorgehen gegen Journalisten

Auch gegen Journalisten gehen die Behörden vor. Wang Xiaolu von dem angesehenen Wirtschaftsmagazin "Caijing" wird ebenso wie anderen Verdächtigen die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen. Ein Grund für Wangs Verhaftung sei nicht genannt worden, erklärte "Caijing". Nur eine objektive Berichterstattung fördere eine gesunde Entwicklung des Aktienmarkts, so das Magazin.

Zum Ziel staatlicher Untersuchungen wurden zudem die Brokerhäuser Haitong, Founder, Huatai und GF. Sie sollen Kunden nicht ordnungsgemäß überprüft und identifiziert haben.

Die Börsenaufsicht hatte bereits im Juli angekündigt, verstärkt gegen mögliche Marktmanipulationen vorzugehen. Im Juni waren die Aktienmärkte um rund 30 Prozent eingebrochen. In den vergangenen Tagen ging es erneut deutlich nach unten: Chinas Börsen gaben am Montag um acht Prozent nach, am Dienstag ging es noch einmal um sieben Prozent bergab.

Börsen in China setzen Talfahrt fort

Trotz der Lockerung der chinesischen Geldpolitik setzten die Börsen in China ihre Talfahrt nach einer kurzfristigen zwischenzeitigen Erholung den vierten Tag in Folge fort. In Tokio holte die Börse hingegen kräftig auf. Der Euro gab einen Teil der starken Gewinne vom Wochenauftakt ab. Die Ölpreise legten wie am Vortag zu.

Zwar hatten sich sich die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen am anfangs kurzzeitig erholt, fielen zum Handelsschluss aber weiter in den Keller. Der wichtige Shanghai Composite Index verbuchte zum Börsenschluss ein Minus von 1,27 Prozent auf 2.927,29 Punkte. Ähnlich ging es mit dem Shenzhen Component Index um 2,92 Prozent auf 9.899,72 Punkte nach unten. In Tokio notierte der in den vergangenen Tagen massiv eingebrochene Nikkei-Index zum Handelsschluss indes mit einen satten Aufschlag von 3,20 Prozent beim Stand von 18.376,83 Punkten.

Die Erholung am deutschen Aktienmarkt erwies sich als Strohfeuer: Am Mittwoch fiel der deutsche Leitindex Dax in der Früh wieder unter die 10.000-Punkte-Marke. (APA, 26.8.2015)

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