"Rocky", "Raging Bull", "Southpaw": Welche Boxfilme halten Sie für sehenswert?

Umfrage31. August 2015, 18:38
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Geschichten von Aufstieg und tiefem Fall, der Kampf im Ring als Kampf des Lebens – den Plot haben wir schon in vielen Filmen gesehen. Boxfilme sind selten vergnüglich, können aber begeistern

Aktuell ist es Jake Gyllenhaal, der sich für das Drama "Southpaw" der physischen Herausforderung stellt, einen Boxer körperlich authentisch darzustellen. Vor allem die körperliche Verwandlung des Schauspielers lässt einen zumindest im Anklang an Roberts De Niros Rolle in "Raging Bull" denken, an Martin Scorseses Meisterwerk, das seinem Hauptdarsteller 1981 den Oscar einbrachte. Paul Newman in "Somebody up there likes me" (Regie: Robert Wise, 1956) oder auch Charlie Chaplin in "City Lights" (Regie: Chaplin, 1931) sind weitere Beispiele für Filme, die den Boxsport in den Mittelpunkt rücken. "Southpaw" von Antoine Fucqua reihe sich ein in eine lange Reihe von Boxfilmen, "die längst einen eigenen kleinen Kanon innerhalb der Filmgeschichte" bilden, wie es in der STANDARD-Kritik heißt.

Vom Kampf in und außerhalb des Rings

Auch wenn Werke wie "Million Dollar Baby" (Regie: Clint Eastwood, 2004) eine Ausnahme bilden: Boxfilme gelten als männliches Melodram. Dabei wird das Konzept der Männlichkeit gerade auch in neueren Werken zuweilen als zu hinterfragendes Rollenbild inszeniert. In Boxfilmen wird die Körperlichkeit, dass heißt: die Kraft, aber eben auch Versehrungen, die mit dem Sport einhergehen, besonders ausgestellt. Der Protagonist kämpft dabei im Ring um weitaus mehr als um den sportlichen Sieg oder die Niederlage im Wettkampf.

Es geht um den Kampf der Underdogs um Selbstbestimmung, um sozialen sowie ökonomischen Aufstieg. Der Fight wird eben nicht allein im Ring ausgetragen, sondern genauso in den Problembezirken, unglücklichen (Familien-)Beziehungen und tristen Alltagssituationen, denen die Figuren zu entkommen versuchen. Oder er gewinnt wie im Falle des Biopics "Ali" (Regie: Michael Mann, 2001) an politischer Dimension, die auch die Dokumentation über Muhammad Ali "When We Were Kings" (Regie: Leon Gast, 1996) als ein zentrales Thema herausstellt.

Gut gegen Böse

Von herausragender popkultureller Bedeutung sind sicherlich die Rocky-Filme. Zumindest auf den ersten Teil (Regie: Sylvester Stallone, 1976) können sich die Kritiker auch noch heute großteils im Positiven einigen. Die Fortsetzungswut des Hauptdarstellers brachte aber auch Obskures und bisweilen Ärgerliches hervor. Das Spiel Gut gegen Böse, West gegen Ost, Körper gegen körperliche Maschine wird beispielsweise in "Rocky IV" mit allen dazugehörigen Klischees arg strapaziert. Und die rassistischen Töne sind in der gesamten Saga unüberhörbar.

Welche Boxfilme können Sie empfehlen?

"Southpaw", das jüngste Beispiel in der Historie der Boxfilme, können Sie weiter unten bewerten. Wie hat Ihnen der Film gefallen und sind die "Raging Bull"-Vergleiche zumindest tendenziell gerechtfertigt? Welche anderen bereits genannten Filme halten Sie für diskutierenswert? Welche Filme wurden vergessen, dürfen aber in einem Gespräch über Boxfilme nicht fehlen? (jmy, 31.8.2015)

Zur Standard-Rezension:

Boxerdrama "Southpaw": Die Hoffnung schlägt zurück

Filmforum:

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  • "Raging Bull" gilt als einer der besten Filme des Genres.
    foto: ap

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    Ein Mann. Ein Soundtrack.

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