Austria Salzburg vs. Innsbruck ohne Genehmigung

25. August 2015, 17:38
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Behörden untersagen für Freitag angesetztes Westderby in Schwanenstadt aufgrund nicht gewährleisteter Sicherheit

Wien – Der Schlager der Ersten Liga zwischen Austria Salzburg und Tabellenführer Wacker Innsbruck am Freitag (20.30 Uhr) findet nicht statt. Die Behörden untersagten die Partie der siebenten Runde, die in Schwanenstadt, dem Ausweichquartier der Salzburger, hätte ausgetragen werden sollen. Das gab der Aufsteiger am Dienstag bekannt.

Die Probleme entzündeten sich an der Einrichtung eines Sektors für 1.000 Gästefans im Stadion vor der Au: Während die Austria davon ausgeht, dass keine Innsbrucker auftauchen werden (Gästekarten wurden keine angefordert) und sämtliche aufgelegten Tickets personalisiert worden wären, beharrten die Behörden darauf, einen solchen Bereich vorzusehen.

Umbaukosten von 50.000 Euro

Die dafür notwendigen Arbeiten (Tribüne, Zäune, Sicherheitsnetz, Drehkreuze) würden Kosten von etwa 50.000 Euro verursachen. Die Salzburger können oder wollen diese aber nicht tragen. Die Bezirkshauptmannschaft sah in der Folge die Sicherheit nicht gewährleistet und erteilte keine Genehmigung für die Veranstaltung.

Wie die Bundesliga auf diesen Murks reagiert (schließlich wäre das Spiel live im ORF übertragen worden), ist noch offen. Eine entsprechende Entscheidung wurde für Mittwochnachmittag in Aussicht gestellt. (red, 25.8.2015)

Hintergrund: Die Aussendung der Austria im Wortlaut

"Nachdem das Stadion in Schwanenstadt für 3.000 Zuseher zugelassen ist (von Behörde und Bundesliga abgenommen), war der erste Vorschlag der Austria, das Gästekontingent mit genau den vorgeschriebenen zehn Prozent, also 300 Innsbruck-Fans, anzusetzen.

Eine mit den Behörden diskutierte Erhöhung der Gästekarten auf bis zu 500 Stück wurde von Innsbruck ebenso abgelehnt. Zudem hätte es für sämtliche Besucher des Westderbys nur personalisierte Karten gegeben. Weiters keinen Onlineverkauf und keine Öffnung der Tageskassen.

Aufgrund der Innsbrucker Mobilmachung aber kam von der Behörde der Bescheid, das Stadion auf 4.000 Besucher zuzulassen (davon 1.000 Gästefans) und zudem auf eine Personalisierung der Karten zu verzichten. Dem Verein Austria Salzburg wurde ebenso auferlegt, den Gästesektor auf 1.000 Zuschauer zu erweitern (Errichtung einer neuen Tribüne, Versetzen der verankerten Zäune, Erhöhen der Zäune auf 4,5 Meter, Anbringung von Drehkreuzen). Geschätzte Kosten für den Um- bzw. Rückbau: ein hoher fünfstelliger Betrag.

Nachdem Innsbruck um keine Gästekarten angesucht hat, muss der Verein Austria Salzburg laut Paragraf 18 Absatz 2 der Bundesliga-Durchführungsbestimmungen keine Gästekarten auflegen. Demzufolge brachte die Austria eine neue Veranstaltungsanzeige ein, dieses Mal jedoch nicht mit 300 bis 500 Gästefans, sondern mit 0 (in Worten: null). Leider wurde der Austria auch im folgenden Bescheid wieder ein zu errichtender Gästesektor für 1.000 Zuseher vorgeschrieben.

Es ist für uns nicht verständlich, weshalb lediglich aufgrund von Spekulationen ein Sektor für 1.000 Gästefans errichtet werden muss, wenn wir im Gegenzug Fakten liefern, die da lauten, es gibt an diesem Tag keine Gästefans, da nicht einmal Gästekarten aufgelegt werden und der Gästesektor nicht geöffnet wird.

Das Fassungsvermögen wurde mit 2.700 angegeben, da die Austria darauf verzichtet hat, das freigewordene Kontingent von 300 Karten in Anspruch zu nehmen. Weiters hat der Verein Austria Salzburg der Behörde auch vorgeschlagen diese 2.700 Tickets zu personalisieren, um für die bestmögliche Sicherheit im Stadion zu sorgen. Aus unserer Sicht haben wir alles, was uns möglich war, getan, um das Westderby austragen zu können. Nach der Absage ist nun die Bundesliga am Ball. Klar ist, wir wollen weiterhin eine sportliche und faire Entscheidung."

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