Treuhandkredite bescheren Meinl Bank Erklärungsbedarf

26. August 2015, 07:00
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Österreichische Privatbanken in Deals involviert – Ukraine prüft

Wien – Back-to-back-Treuhandkredite, in die auch ausländische Banken eingebunden sind bzw. waren, bescheren der Meinl Bank Erklärungsbedarf gegenüber den Aufsichtsbehörden. Wie berichtet hat PwC im Auftrag der Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA eine Vor-Ort-Prüfung zur Einhaltung der Geldwäsche-Prävention durchgeführt. In Reaktion auf den sehr kritischen Prüfbericht, der sich auf 20 Kreditfälle bezog, hat die FMA 18 Geldwäscheverdachtsmeldungen erstattet. Die Meinl Bank weist die Vorwürfe zurück und kritisiert ihrerseits Behörde und die Prüfer von PwC.

Eines dieser sogenannten Back-to-back-Geschäfte der Bank beschäftigt derzeit auch die Behörden in der Ukraine.

Die in Kiew domizilierte Delta Bank (sie gehört dem Geschäftsmann Mykola Lagun; sie kommt auch im PwC-Prüfbericht vor) musste im März Insolvenz anmelden. Laut den mit dem Fall betrauten Behörden sollen aus dieser Bank und unter Zuhilfenahme von Treuhandkreditvergaben in Summe rund 480 Millionen Dollar abgeschöpft worden sein. Neben einer Luxemburgischen Bank sei da auch die Wiener Meinl Bank involviert gewesen.

Back-to-back-Geschäfte sind, notabene, nicht illegal, gelten aber riskant in Hinblick auf Geldwäsche. Die FMA stuft sie in ihrem Verfahren gegen die Meinl Bank "aus Sicht der Geldwäscheprävention" als "Hochrisikogeschäft" ein.

Auch in der weißrussischen Delta Bank, die ebenfalls Lagun gehört und seit ihrem Konzessionsentzug im Frühling von einem interimistischen Verwalter geführt wird, werden gerade Back-to-back-Kredite untersucht. Auch in diesen Treuhand-Kreditfall ist eine kleine österreichische Privatbank verstrickt, zudem ein liechtensteinisches Institut. Die Gelder, um die es geht, sollen in einer Gesellschaft im steuerfreundlichen Belize gelandet sein. (Renate Graber, 26.8.2015)

  • Die Finanzmarktaufsicht qualifiziert Treuhandkredite als Hochrisikogeschäfte.
    foto: standard/cremer

    Die Finanzmarktaufsicht qualifiziert Treuhandkredite als Hochrisikogeschäfte.

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