Euro macht Schweizer Franken mürbe

25. August 2015, 16:45
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Positive Konjunktursignale aus der Währungsunion haben dem Euro zuletzt zu einem Anstieg gegenüber dem Schweizer Franken verholfen

Zürich/Wien – Just der vielkritisierte Euro hat sich im Sommer als Fels in der Brandung erwiesen. Weitgehend überschattet durch die zunehmenden Sorgen um Chinas Konjunktur, zeigte die Gemeinschaftswährung nicht nur gegenüber dem US-Dollar Stärke, sondern auch gegenüber dem Schweizer Franken – zur Erleichterung der Fremdwährungsschuldner. Mit einem Wechselkurs über 1,08 Franken hat sich der Euro immer weiter von den Tiefständen nach der Aufgabe des Mindestkurses von 1,20 Franken im Jänner abgesetzt, als er zeitweise unter die Parität gerutscht war.

Seither haben nicht nur positive Konjunktursignale aus der Währungsunion dem Euro auf die Sprünge geholfen, sondern auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat mit Negativzinsen die Nachfrage nach der eigenen Währung gedämpft. Zehnjährige Bundesobligationen der Eidgenossen werden an der Börse mit einer Verzinsung von minus 0,23 Prozent gehandelt, während deutsche Bundesanleihen mit 0,65 Prozent eine positive Rendite abwerfen.

Die SNB behält sich auch weiterhin Eingriffe im Devisenhandel vor, um den "deutlich überbewerteten" Franken zu drücken, wie ihr Präsident Thomas Jordan Ende vergangener Woche bekräftigte: "Bei Bedarf werden wir am Devisenmarkt aktiv." Neben Franken-Kreditnehmern leidet auch die eidgenössische Wirtschaft massiv unter der Stärke der eigenen Währung, die vor allem Export, Tourismus und Einzelhandel trifft. Jordan erwartet dennoch für das laufende Jahr knapp ein Prozent Wachstum. (aha, 25.8.2015)

  • Schön langsam erzielt auch die Zermürbungstaktik der SNB über Negativzinsen für die eigene Währung zunehmend Wirkung.
    foto: ap/seeger

    Schön langsam erzielt auch die Zermürbungstaktik der SNB über Negativzinsen für die eigene Währung zunehmend Wirkung.

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