Steirische Flugshows trotz Abstürzen in England und Schweiz wie geplant

25. August 2015, 15:58
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Reglements und vorgebene Flugbereiche beim Air Race in Spielberg – Keine Flüge über Zuschauer auch bei AirChallenge Styria

Spielberg/Kapfenberg – Nach den beiden Abstürzen von Flugzeugen bei Shows in Südengland und der Schweiz werden zwei steirische Veranstaltungen dennoch wie geplant über die Bühne gehen. Die Red Bull Air Race-Veranstalter beriefen sich am Dienstag auf die Regeln der FAI und Anordnungen der lokalen Luftfahrtbehörde. Bei der AirChallenge Styria in Kapfenberg habe man ohnehin strengere Vorkehrungen als behördlich verordnet.

Beim Air Race, das am ersten September-Wochenende zum zweiten Mal am Red-Bull-Ring in Spielberg stattfinden wird, gelten die Bestimmungen der Federation Aeronautique Internationale (FAI), die für 2015 zertifiziert seien, teilte die Air Race GmbH auf APA-Anfrage mit. In den vergangenen Jahren seien außerdem die Sicherheitsvorkehrungen überarbeitet worden. Seit 2003 findet die schnellste Flugsportserie der Welt statt, doch 2010 hatte man die Reißleine ziehen müssen, weil Piloten zu sehr ans Limit gingen. Nach drei Jahren Pause sind nun die Pylone höher, die Motoren einheitlich geregelt und es darf nur mehr an der Aerodynamik getunt werden. In punkto Fliehkräfte sind maximal zehn G (vorher zwölf) erlaubt.

Die Shows im Rahmenprogramm des Air Race müssen sich ebenfalls an gewisse Regeln halten: Die Piloten dürfen eine vorgegebene "Flugbox" nicht verlassen. Diese reglementierten Räume sind nicht über Zuschauern und halten auch einen Abstand zu den Besuchern ein. Sobald ein Pilot diese Flugbox verlässt, muss er das Manöver abbrechen.

"Es kann immer was passieren"

Bei der AirChallenge Styria, die eine Woche nach dem Air Race in Kapfenberg geplant ist, werden die behördlichen Auflagen laut Organisator Engelbert Straubinger um zehn Meter strenger ausgelegt und das nicht erst nach den Abstürzen, sondern bereits bei den vorherigen Veranstaltungen 2010 und 2013. "Wir sind geschockt von den Unglücken am Wochenende, aber es kann eben immer was passieren", sagte er am Dienstag. Bei der Flugshow in der Obersteiermark werden die Piloten in einem gedachten Kubus mit 800 Meter Länge und mehr als 60 Meter Breite fliegen. Nach oben hin gibt es keine konkrete Begrenzung.

Der Raum für die Flugshow befindet sich direkt über der Piste. Die Zuschauer müssen auf Wunsch des Veranstalters 30 Meter von dieser entfernt bleiben, auch wenn die Behörde nur 20 Meter vorgibt, schilderte Straubinger. Wie viele Meter die Piloten bei ihren Präsentationen vom Boden entfernt bleiben müssen, hänge mit deren Flugstunden und Erfahrung zusammen. "Wir haben welche dabei, die praktisch bis zum Boden fliegen dürfen, andere wiederum müssen in 100 bis 150 Metern Höhe bleiben." Die AirChallenge Styria erwartet wie schon im Jahr 2013 etwa 15.000 bis 18.000 Besucher. (APA, 25.8.2015)

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