Neue Öbib-Chefin baut ein Drittel der Mitarbeiter ab

25. August 2015, 15:32
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Martha Oberndorfer will ihre Organisation schlanker aufstellen, die Zahl der Mitarbeiter wird bis Jahresende sinken

Wien – Die neue Chefin der Staatsholding Öbib, Martha Oberndorfer, will ihre Organisation schlanker aufstellen. Die Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) wird von derzeit fünfzehn bis Jahresende auf rund zehn reduziert, kündigte Oberndorfer im APA-Interview an. Nach der Reorganisation der ÖIAG zur Öbib würden "Aufgaben wegfallen" und damit weniger Angestellte benötigt.

Mit der Reform der staatlichen Beteiligungsholding, die Anteile an Casinos Austria (33,2 Prozent), OMV (31,5 Prozent), Post (52,9 Prozent) und Telekom Austria (28,4 Prozent) hält, hat sich die Politik wieder mehr Handlungsspielraum zurückgeholt. Denn die seit März bestehende Öbib hat im Gegensatz zur alten ÖIAG keinen sich selbst erneuernden Aufsichtsrat mehr. Geleitet wird die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (Öbib) nun von einer weisungsgebundenen Geschäftsführerin. Über die Beschickung in die Aufsichtsräte der Öbib-Beteiligungen entscheidet ein sogenanntes Nominierungskomitee.

OeBFA-Chefin

Oberndorfer ist als neue Öbib-Generalsekretärin seit 79 Tagen im Amt. Zuvor war sie seit Anfang 2008 Chefin der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), die sich um das Schuldenmanagement des Bundes kümmert. Ihr Ziel sei es, die Anteile des Bundes an den Casinos Austria, OMV, Post und Telekom Austria "perfekt zu managen" – inklusive Wertsteigerungen – und damit den Standort Österreich zu sichern. Auch soll der Nutzen der Öbib für die Steuerzahler und den Bund "klar sichtbar" sein.

"Die frühere ÖIAG war sehr nah an den Beteiligungsgesellschaften positioniert. Künftig gilt es stärker als bisher, die Interessen des Eigentümers, das heißt der Republik Österreich, zu vertreten", so Oberndorfer. Der ÖIAG-Chef war früher auch Aufsichtsratsvorsitzender bei OMV, Post und Telekom. Die Öbib werde nun unter anderem "strategische Informationen" über die Beteiligungen aufbereiten und auch die Aufsichtsräte des Bundes in den Beteiligungsgesellschaften beraten.

Der ehemalige ÖIAG-Chef Rudolf Kemler stand wegen der vorzeitigen Ablöse von OMV-Chef Gerhard Roiss und der Turbulenzen beim Einstieg des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim bei der Telekom Austria in der Kritik. Die Ära Kemler wollte die neue Öbib-Chefin nicht kommentieren.

Keine weiteren Anzeichen für Privatisierung

Die oftmals diskutierte Einbringung der staatlichen Verbund-Anteile oder der Autobahngesellschaft Asfinag und ÖBB in die Beteiligungsholding steht für Oberndorfer nicht zur Diskussion. Auch für weitere Privatisierungsschritte – etwa bei der Post – benötige es einen Auftrag der Bundesregierung. "Ich habe keine Anzeichen dafür."

Die aktuelle Geschäftsentwicklung und strategische Ausrichtung der börsennotierten OMV, Post und Telekom Austria wollte Oberndorfer nicht öffentlich bewerten. Bei der OMV sei beispielsweise eine neue Unternehmensstrategie in Ausarbeitung, die im Herbst präsentiert werden soll. (APA, 25.8.2015)

  • Martha Oberndorfer, Chefin der Staatsholding Öbib.
    foto: apa/hochmuth

    Martha Oberndorfer, Chefin der Staatsholding Öbib.

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