Forscher statten Bienen mit Mikrochips aus, um Massensterben zu klären

25. August 2015, 13:38
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5,4 Milligramm schwere Sensoren sollen bisher unbekannte Daten über Bienenvölker sammeln

Sydney – Mit Mikrosensoren wollen australische Forscher den Ursachen für das Bienensterben auf die Spur kommen. Die 2,5 Millimeter großen und 5,4 Milligramm schweren Chips sollen auf dem Rücken von Europäischen Honigbienen befestigt werden, wie Gary Fitt von Australiens staatlicher Forschungsbehörde CSIRO erklärte.

Durch die Sensoren, die auch in Bienenstöcken angebracht werden sollen, sei es möglich, neuen Fragestellungen nachzugehen. "Nun können wir das Verhalten von Bienen in der freien Wildbahn und im Bienenstock messen."

Im südlichen Bundesstaat Tasmanien wurden etwa 10.000 Bienen und ihre Bienenstöcke mit Mikrochips markiert. Auch in den Großstädten Sydney und Canberra sollen die Tiere mithilfe der Technik überwacht werden. In Brasilien läuft bereits ein Experiment mit ähnlich vielen Tieren. Forscher aus Europa und Nordamerika hätten bereits Interesse angemeldet, sagte Fitt.

Dramatische Bestandsrückgänge

"Wir werden denselben Ansatz wählen und ähnliche Fragen stellen, aber in verschiedenen Teilen der Welt, um ein breiteres Bild von dem Problem zu bekommen und gemeinsam Lösungen zu finden", erklärte der australische Forscher. Die Daten sollen den Wissenschaftern Auskunft darüber geben, wie oft und wie lange die Bienen Nahrung aufnehmen, ob sie füttern oder Pollen sammeln, und was sie in ihren Stöcken machen.

In den vergangenen Jahren sank die Zahl der Bienenvölker in fast allen Weltregionen deutlich. Da die Insekten die Bestäubung von 70 Prozent aller blühenden Pflanzen übernehmen, beeinflusst ihr Rückgang die gesamte Nahrungskette.

Als Hauptursachen für ihr massenhaftes Sterben gelten Krankheitserreger und Schädlinge wie die Varroa-Milbe sowie Pestizide aus der Landwirtschaft, insbesondere sogenannte Neonicotinoide. In den USA verloren die Imker zwischen Mai 2014 und Mai 2015 etwa 42 Prozent ihrer Bienenvölker, dies war nach der noch verheerenderen Saison 2012/13 die zweithöchste Sterberate seit Beginn der Aufzeichnungen. (APA, red, 25.8.2015)

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