Wiener Grüne plakatieren "unbequeme" Spitzenkandidatin

25. August 2015, 12:40
407 Postings

Erste von drei Plakatwellen zeigt ab Mittwoch drei Sujets: Bisherige Erfolge, Bildung und Wohnen

Wien – Bei den Wiener Grünen gab es am Dienstag Oktoberwetter. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Klubobmann David Ellensohn ließen sich von Kälte, Wind und Regen aber fast nicht beirren, als sie ihre erste Plakatwelle zur Wienwahl am 11. Oktober präsentierten.

Die letzten fünf Jahre sei in Wien über eine Politikerin und über drei Themen gesprochen worden, sagte Ellensohn, während der über die drei Posterflächen zwecks Überraschungseffekts gespannte Sichtschutz lebhaft im Wind flatterte.

Das sei nicht immer einfach gewesen – weder für die Partei noch für die Wiener Bevölkerung –, aber es habe sich ausgezahlt, so Ellensohn, bevor er das erste Plakatsujet enthüllte, das die grünen Erfolge zeigen soll: die neue Mahü, das Parkpickerl und die 365-Euro-Jahreskarte für den öffentlichen Transport. Das Motiv zeigt eine lächelnde Maria Vassilakou, im Gespräch mit Bürgern auf der Mariahilfer Straße. "Unbequem, aber wirkt", lautet der dazugehörige Slogan.

Bei den 80.000 Hausbesuchen, die man innerhalb des letzten Jahres gemacht habe, hätten sich zwei weitere Themen herauskristallisiert, sagte Vassilakou. Die Menschen würden spüren, dass Milliarden bei Bankenskandalen verloren gingen, während der Bildungsbereich vernachlässigt werde. "Geld für Bildung statt für Bonzen. Wir fördern Kinder, keine Parteibücher", lautet deshalb der zweite Slogan.

Die Wiener Neos – die mit dem Slogan "G'scheite Kinder statt g'stopfte Politiker" werben – fühlten sich kopiert. "Ich hätte mir von Ihnen und den Grünen mehr erwartet, als einfach nur als Trittbrettfahrer auf den Neos-Zug aufzuspringen", wendete sich Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger am Dienstag in einem offenen Brief an Maria Vassilakou.

Mietrechtsreform

Das dritte Plakat der Wiener Grünen zeigt einen weißen Hai mit offenem Maul. "Bye, bye Miethai. Gegen Spekulanten, für leistbare Wohnungen", steht daneben. Das Plakat stehe für die Forderungen nach einem Anti-Spekulations-Paket und einer Mietrechtsreform des Bundes, die "nur mit Druck aus Wien zu erreichen" sei, sagte Vassilakou.

Die Sujets werden ab Mittwoch in Wien zu sehen sein – "auf 100-Prozent-Recyclingpapier", heißt es im Informationsblatt.

Ellensohn kündigte außerdem zwei Sujetwechsel an. Es werde insgesamt drei Plakatwellen mit je drei Motiven geben. Den Zeitpunkt für die Wechsel wolle man flexibel danach auswählen, "wann's schlau ist".

Die Inhalte der nächsten Plakate wollte Ellensohn nicht verraten: "Es werden alle großen Themen, die gerade diskutiert werden, auch im Wahlkampf diskutiert." (cmi, 25.8.2015)

Share if you care.