Saatgutriese Monsanto legt bei Syngenta drauf

25. August 2015, 10:41
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Der Agrochemiekonzern Monsanto bessert sein Übernahmeangebot auf und will so den Widerstand des Rivalen brechen

Mit einem nachgebesserten Übernahmeangebot will der Agrochemiekonzern Monsanto den Widerstand des Rivalen Syngenta brechen. Der US-Saatgutriese erhöhe das Angebot für den weltgrößten Pflanzenschutz-Konzern auf 470 Franken je Aktie von bisher 449 Franken, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Ob die Amerikaner die Syngenta-Spitze um Präsident Michel Demare mit der 47-Milliarden-Dollar-Offerte ins Boot holen können, war zunächst unklar. Syngenta wollte sich wie Monsanto nicht äußern.

Monsanto hat Syngenta in den vergangenen Jahren wiederholt umworben und immer zeigten die Schweizer dem Konzern aus St. Louis die kalte Schulter. Die jüngste Offerte vom Mai diesen Jahres bezeichnete Syngenta als zu tief, zudem seien die mit einem Zusammenschluss verbundenen wettbewerbsrechtlichen Hürden kaum zu überwinden. Doch Monsanto-Chef Hugh Grant ließ nicht locker. Er bot wiederholt Gespräche an und versuchte über Großanleger Druck auf die Syngenta-Spitze zu machen.

Tatsächlich war unter den Investoren von Syngenta zuletzt Kritik ab dem strikten "Nein" des Managements zu der Offerte laut geworden. Zudem hat sich Insidern zufolge der US-Milliardär und Hedgefonds-Manager John Paulson bei dem Konzern eingekauft und könnte die Schweizer dazu drängen, die Monsanto-Offerte zu akzeptieren. Demare und seine Kollegen brachte dies alles nicht zum Einlenken. Weil sich Grant gleichzeitig weigerte, ohne Einsicht in die Syngenta-Bücher das Angebot zu erhöhen, drohte eine Pattsituation.

Bewegung in den Positionen

Mit der Angebotserhöhung dürfte nun Bewegung in die Positionen kommen. Denn Monsanto bietet dem Insider zufolge nun nicht nur einen höheren Kaufpreis, sondern auch einen größeren Bar-Anteil statt eigene Aktien. Zudem wolle Monsanto den Schweizern statt zwei Milliarden drei Milliarden Dollar bezahlen, falls der Deal am Widerstand der Regulatoren oder einem anderen Grund scheitert. An der Schweizer Börse notierten Syngenta-Titel am Montag bei 358 Franken.

Ein Insider geht davon aus, dass sich Syngenta nun mit Monsanto an den Verhandlungstisch setzen muss. Großaktionäre haben Syngenta klar gemacht, dass sie Monsanto ohne Rücksprache mit ihnen nicht mehr einfach abweisen können. Ein feindliches Übernahmeangebot ist nach Ansicht von Syngenta und vieler unabhängiger Experten unrealistisch.

Die Konkurrenten dürften einen möglichen Schulterschluss zwischen den Konzernen mit Argusaugen beobachten. Frühere Angaben eines Investmentbankers zufolge hat etwa BASF ein Interesse daran, dass Monsanto bei Syngenta nicht zum Zug komme, weil die Amerikaner damit zur absoluten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln würden. Entsprechend bereite der Ludwigshafener Konzern ein mögliches Gegengebot vor, berichtete Reuters Anfang August mit Bezug auf Insider. (Reuters, 25.8.2015)

  • So manche gehen davon aus, dass sich Syngenta nun mit Monsanto an den Verhandlungstisch setzen muss.
    foto: reuters/wiegmann

    So manche gehen davon aus, dass sich Syngenta nun mit Monsanto an den Verhandlungstisch setzen muss.

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