Solider Personalstand, solider Trainer

25. August 2015, 11:35
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Alaba und Leitgeb nach überstandenen Verletzungen anstelle von Schobesberger und Pehlivan zurück im Kader für EM-Qualifikationsspiele gegen Moldau und Schweden

Wien – Österreichs Teamchef Marcel Koller hat bei der Nominierung seines 23-Mann-Kaders für die Länderspiele in der EM-Qualifikation zu Hause gegen Moldau (5. September) und in Schweden (8. September) neuerlich auf Überraschungen verzichtet. Mit bewährten Kräften soll beim Länderspiel-Doppel vorzeitig die EM-Qualifikation fixiert werden. Im Vergleich zum vergangenen Aufgebot gibt es nur zwei Änderungen.

David Alaba und Christoph Leitgeb sind – wie zu erwarten – nach ihren überstandenen Verletzungen wieder mit im Kader. Auch Basel-Legionär Marc Janko, der derzeit mit einer Zerrung im Oberschenkel außer Gefecht ist, soll bereits am Wochenende in der Meisterschaft ein Comeback geben. "Wir hoffen natürlich, dass es reicht, damit wir ihn aufbieten könnten", sagte Koller über den Stürmer.

Besiktas-Legionär Veli Kavlak fehlt aufgrund einer komplizierten Verletzung im Wirbelbereich weiterhin. Ansonsten setzt Koller wie gehabt auf Kontinuität in seiner Kaderpolitik. "Wir bleiben unserer Linie treu", erklärte der Schweizer.

Ein Spiel fertig spielen

"Es wird wichtig sein, dass wir so spielen wie immer. Wir dürfen uns keine Gedanken machen, dass wir jetzt plötzlich über die Ziellinie gehen könnten und vor lauter Vorfreude nervös werden", meinte Koller. Der 54-Jährige versprach jedoch: "Wir sind noch nicht dort. Wir sind guter Hoffnung und alle heiß, dass wir das packen. Wir werden alles dafür tun, dass die Qualifikation so schnell wie möglich fix ist."

Gelingt der ÖFB-Elf gegen die Republik Moldau ein Sieg und gewinnt Russland im zuvor stattfindenden Parallelspiel zu Hause gegen Schweden nicht, hätte Rot-Weiß-Rot seinen Platz bereits sicher. Die ersten beiden Teams jeder Gruppe haben das Ticket fix in der Tasche.

Dass man das Ergebnis aus Moskau beim eigenen Anstoß bereits kenne, sei einerseits schön. "Auf der anderen Seite könnte man vielleicht zu locker reingehen", sagte Koller. Es sei daher wichtig, fokussiert und konzentriert zu sein. "Wenn das nicht der Fall ist, dann werde ich eingreifen, das kann ich versprechen", erklärte der Teamchef.

Anlaufzeit geben

Gleich neun Spieler des Stammes der ÖFB-Truppe haben im Sommer den Club gewechselt. Namentlich sind das neben Janko auch Christian Fuchs, Sebastian Prödl, Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker, György Garics, Kevin Wimmer sowie die Torhüter Heinz Lindner und Robert Almer. Teamkapitän Fuchs hat bei Leicester City in der englischen Premier League derzeit nur eine Jokerrolle inne, Wimmer kam bei Tottenham bisher nicht zum Zug. "Es sind neue Trainer, ein neues Umfeld. Der eine oder andere braucht da länger, bis er auch spielt. Ich habe da keine Bedenken. Wir wissen, dass diese Spieler unsere Vorstellungen gut umsetzen können", sagte Koller.

Neu auf Abruf mit dabei sind die zwei Rapidler Florian Kainz und Louis Schaub sowie Altach-Torhüter Andreas Lukse. "Sie haben teilweise in der letzten Saison und in der beginnenden Meisterschaft sehr gute Leistungen gezeigt. Sie haben es sich verdient, auf diese Abrufliste zu kommen", meinte Koller, der jedoch die Schwierigkeit, tatsächlich in den Kader zu kommen, herausstrich. "Einer, der auf Abruf steht, muss besser sein als einer dieser 23 im Kader, damit wir überhaupt auf die Idee kommen zu wechseln."

Rapid bleibt Thema

Für im Dunstkreis der Nationalmannschaft befindliche Spieler, wie etwa Robert Gucher, den Kapitän des italienischen Erstliga-Aufsteigers Frosinone, dürfte der Sprung ins Aufgebot in absehbarer Zukunft ein äußerst schwieriger sein. "Es ist sicher gut, wenn sie irgendwann mal dazukommen, wenn man sie dann auf Herz und Nieren testen kann", erklärte Koller. Doch solange sich die etwa 25 im Koller-System etablierten Akteure nichts zuschulden kommen lassen, ist Koller nicht gewillt, selbst formstarken Spielern früh eine Chance zu geben.

Am ehesten scheint der Schweizer den Kader noch verjüngen zu wollen. "Wenn sich jemand verletzt oder überhaupt nicht in Form ist, dann haben sie die Möglichkeit dazuzukommen und mit dabei zu sein", sagte Koller über Salzburg-Offensivspieler Valentino Lazaro oder das auf Abruf stehende Rapid-Trio Kainz, Schaub und Philipp Schobesberger. (APA, red, 25.8.2015)

foto: apa/fohringer
ÖFB-Teamchef Marcel Koller: "Howgh, ich habe gesprochen."

Kader für die EM-Qualifikationsspiele gegen Moldawien und Schweden

Tor: Robert Almer (Austria, 22 Länderspiele), Heinz Lindner (Frankfurt, 7), Ramazan Özcan (Ingolstadt, 4)

Verteidigung: Aleksandar Dragovic (Dynamo Kiew, 38 Länderspiele/1 Tor), Christian Fuchs (Leicester, 67/1), György Garics (Darmstadt, 40/2), Martin Hinteregger (RB Salzburg, 9/0), Florian Klein (Stuttgart, 28/0), Sebastian Prödl (Watford, 50/4), Markus Suttner (Ingolstadt, 14/0), Kevin Wimmer (Tottenham, 2/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern, 37/9), Marko Arnautovic (Stoke, 43/8), Julian Baumgartlinger (Mainz, 37/1), Martin Harnik (Stuttgart, 51/11), Stefan Ilsanker (RB Leipzig, 8/0), Jakob Jantscher (Luzern, 16/1), Zlatko Junuzovic (Bremen, 40/5), Christoph Leitgeb (RB Salzburg, 41/0), Marcel Sabitzer (RB Leipzig, 12/2)

Sturm: Lukas Hinterseer (Ingolstadt, 6/0), Rubin Okotie (1860 München, 10/2), Marc Janko (Basel, 46/21)

Auf Abruf: Andreas Lukse (Altach, 0); Stefan Lainer (RB Salzburg, 0), Michael Madl (Sturm, 0), Christopher Trimmel (Union Berlin, 3/0); Florian Kainz (Rapid, 0), Philipp Schobesberger (Rapid, 0), Guido Burgstaller (Nürnberg, 7/0), Yasin Pehlivan (RB Salzburg, 17/0), Andreas Ulmer (RB Salzburg, 3/0), Louis Schaub (Rapid, 0) Andreas Weimann (Derby, 14/0), Philipp Zulechner (Austria, 1/0)

  • Marcel Koller verkündet die frohe Botschaft.
    foto: apa/neubauer

    Marcel Koller verkündet die frohe Botschaft.

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