Vom Roboter gepflegt werden ist für jeden Vierten vorstellbar

24. August 2015, 14:13
16 Postings

Eine große Umfrage zeigt die Einstellung der Deutschen zu Gesundheitstechnologien – am Land ist man aufgeschlossener als in der Stadt

Berlin – Roboter in der Pflege, Implantate für eine bessere Gedächtnisleistung – die Menschen haben wenige Berührungsängste, wenn es um visionäre Medizintechnik geht. Das geht aus dem Zukunftsmonitor "Gesundheit neu denken" hervor, einer repräsentativen Befragung vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Rund ein Viertel der 1.000 via Telefon Befragten (26 Prozent) können sich demnach vorstellen, von Robotern gepflegt zu werden. Implantate für mehr Konzentration oder Gedächtnisleistung befürworten sogar 51 Prozent. Besonders jüngere Menschen finden diese Idee reizvoll (14 bis 19 Jahre: 62,3 Prozent).

"Der Zukunftsmonitor zeigt, dass sich die Bürger sehr für die Gesundheitstechnologien von morgen interessieren. Ihre Sorge um mögliche Risiken belegt aber auch, dass es noch großen Forschungsbedarf gibt, um Fragen in der Anwendung zu klären und Vertrauen in neue Technologien zu schaffen", sagt die deutsche Bundesforschungsministerin, Johanna Wanka.

Beliebte Wearables

Insgesamt sehen die Befragten viel Potenzial im Einsatz digitaler Technologien im Gesundheits-, Pflege- und Fitnessbereich. Besonders so genannte Wearables – also Fitnessarmbänder oder Kleidungsstücke, die Biodaten messen – nehmen die Befragten als Chance wahr (55 Prozent). Große Möglichkeiten messen die Deutschen der Telepflege zu (51 Prozent), also der computergestützten Überprüfung von Gesundheitsdaten durch Hausarzt oder Pflegedienst aus der Ferne.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die Bevölkerung einen hohen Anspruch an die Sicherheit von online gespeicherten Daten stellt. Eine erhebliche Anzahl der Befragten hat Bedenken, ihre Daten im Netz zu teilen (62 Prozent) oder lehnt es ab, sie der Krankenkasse zur Verfügung zu stellen (67 Prozent).

Insgesamt steht die Landbevölkerung den digitalen Technologien aufgeschlossener gegenüber, als Städter. 53,9 Prozent der Landbevölkerung sehen zum Beispiel eher Chancen in der Telepflege gegenüber 44,1 Prozent der Städter. Im Vergleich Ost-West zeigen sich die Bewohner der neuen Länder offener als die der alten. (red, 24.8.2015)

Share if you care.