Unglückliche Familie, mehr Süßigkeiten

24. August 2015, 14:43
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In Familien mit beeinträchtigtem Zusammenleben nehmen die Kinder mehr Zucker zu sich

London – Die Qualität des familiären Zusammenlebens ist ein großer Einflussfaktor auf gesunde Ernährung – das zeigt eine Studie der Queen Mary University of London, die nun im Journal "Caries Research" veröffentlicht wurde.

Die Forscher fanden heraus, dass das mütterliche Empfinden in Bezug auf die Frage, ob es in der Familie "gut funktioniert", einen Einfluss auf den Zuckerkonsum der untersuchten drei- bis vierjährigen Kinder hat. Je schlechter der empfundene familiäre Zusammenhalt, desto mehr griffen die Kleinkinder zu zuckerhaltigen Getränken und Süßigkeiten.

Als "effektives Familienfunktionieren" ("effective family functioning") definierten die Forscher ein Bestreiten des familiären Alltags auf positive Art und Weise. Außerdem zählen sie flexible Problemlösungsstrategien, Klarheit über die Rollenverteilung in der Familie sowie eine direkte Kommunikation dazu.

Gesunden Lebensstil entwickeln

"Selbst in eher ungebildeten und einkommensschwachen Familien nehmen die Kinder viermal weniger Zucker zu sich, wenn es ein gutes Zusammenleben gibt", sagt Studienleiter Wagner Cerfene. Die Studie, die erste ihrer Art und durchgeführt von mehr als 50 Forschern, zeige, dass eine funktionierende Familie zum Entwickeln eines gesunden Lebensstils maßgeblich beitrage.

Die WHO hat vor kurzem die tägliche, empfohlene Obergrenze für Zucker auf fünf Prozent der eingenommenen Tageskalorien gesenkt – das entspricht etwa 25 Gramm oder sechs Teelöffeln. (fbay, 24.8.2015)

  • Streit in der Familie wirkt sich auf den Heißhunger der Kinder nach Süßigkeiten aus.
    foto: reuters/rick wilking

    Streit in der Familie wirkt sich auf den Heißhunger der Kinder nach Süßigkeiten aus.

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