Was Managern an Österreich gefällt

25. August 2015, 12:58
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Lieblingsländer sogenannter Expatriates sind: Ecuador, Mexiko, Malta. Österreich punktet durch Lebensqualität – aber nicht durch Freundlichkeit

Bereits zum zweiten Mal führt Ecuador die Liste der beliebtesten Zielländer für ein Leben im Ausland an. Dieses Ranking ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage unter 14.000 sogenannten Expatriates – Arbeitnehmern, die von Unternehmen für eine gewisse Zeit ins Ausland entsandt werden – zu ihrer Lebenssituation.

Österreich erreichte in dem Ranking im Bereich Lebensqualität den dritten Platz – und erhielt auch in puncto Sicherheit überdurchschnittlich viele positive Bewertungen. Das hiesige Gesundheitswesen wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie ebenfalls für gut befunden, Lob gab es zudem für gute Freizeitmöglichkeit, eine saubere Umwelt und ein gutes Verkehrsnetz.

foto: internations

In der Gesamtbewertung schaffte es Österreich auf Platz elf. Bei im Ausland lebenden Familien erhielt Österreich im globalen Vergleich sogar die besten Bewertungen. Beim Thema Zufriedenheit schnitt Österreich allerdings weniger gut ab. Der mögliche Grund: Überdurchschnittlich viele hier lebende Expatriats bewerteten die Österreicher und Österreicherinnen als unfreundlich.

Die besten drei

Die internationale InterNations-Studie vergleicht unterschiedliche Länder in Hinblick auf Lebensqualität, Karriere, Work-Life-Balance und Freundschaften im Ausland. In den meisten Kategorien nimmt Ecuador eine Spitzenposition ein: Beispielsweise sind 94 Prozent der dort wohnhaften Ausländer mit ihrer Freizeitgestaltung zufrieden und 91 Prozent bewerten ihre Lebenshaltungskosten positiv.

foto: reuters/guillermo granja
Ecuador kann mit niedrigen Lebenserhaltungskosten und einem guten Freizeitangebot punkten.

Mit einer freundlichen Bevölkerung, schönen Stränden und einer schmackhafter Küche kann laut Umfrage das Zielland Mexiko aufwarten. Mehr als vier von fünf Befragten haben sich leicht an die Kultur des Gastlandes gewöhnen können, und mehr als 90 Prozent schätzen die Freundlichkeit der mexikanischen Bevölkerung. Auch das Wetter kommt offenbar bei fast allen Zuzüglern gut an.

Malta findet sich in den Umfrageergebnissen auf Platz drei. Die allgemeine Zufriedenheit mit dem Job ist dort hoch, und mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer sind glücklich mit Karrierechancen, der Arbeitszeit und Work-Life-Balance. Auch die Eingewöhnung scheint leichter zu fallen: 73 Prozent hatten keine Probleme dabei, neue Freunde zu finden.

Traumziel Österreich?

In puncto Lebensqualität landet Österreich auf Platz drei von 64, gleich hinter Singapur und dem Favoriten Ecuador. Mehr als neun von zehn Befragten vergeben positive Wertungen für die als sicher und politisch stabil erachtete Alpenrepublik. Das Gesundheitswesen wird von 84 Prozent der Expats als gut bewertet, und vier von fünf beschreiben ihre medizinische Versorgung als erschwinglich.

95 Prozent der Studienteilnehmer schätzen Österreichs gesunde Umwelt und intakte Natur. Die diversen Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel Wandern und Wintersport begeistern 92 Prozent der Befragten. Zudem bietet die Lage in Mitteleuropa die perfekte Gelegenheit für internationale Reisen, wie 94 Prozent finden. 97 Prozent der Expats vergeben auch gute Noten für das heimische Verkehrsnetz.

foto: imago stock
An Österreich schätzen Expatriats Seen und Berge.

Glückliche Kinder, unglückliche Eltern

Die niedrigen Kosten für Kinderbetreuung und Schulbildung sowie die Qualität der örtlichen Schulen bringen Österreich den Platz zwei in diesem Bereich ein (Schweden und Finnland teilen sich Platz eins). Die Aspekte Gesundheit und Sicherheit bewerteten fast 100 Prozent aller befragten Eltern positiv.

Hinsichtlich der persönlichen Zufriedenheit der Befragten schafft es die österreichische Wahlheimat wiederum nur auf Platz 42 von 64: In der Kategorie "Eingewöhnung im Ausland" gehört Österreich zu den zehn Zielländern, die global gesehen am schlechtesten abschneiden (Rang 55).

Fast ein Viertel der Expats sind der Meinung, dass die Freundlichkeit der österreichischen Bevölkerung im Allgemeinen zu wünschen übrig lässt, und fast ein Drittel der Studienteilnehmer beschreibt das Verhalten gegenüber ausländischen Mitbürgern als unfreundlich. Diese Prozentzahlen sind fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt (14 beziehungsweise 16 Prozent).

foto: expatinsider

Sprachkompetenz

Österreicher, die ins Ausland ziehen, können sich offenbar überdurchschnittlich gut mit der dort heimischen Bevölkerung verständigen: lediglich ein Prozent der Österreicher im Ausland spricht nur die eigene Muttersprache, verglichen mit zwölf Prozent aller Umfrageteilnehmer.

Gleichzeitig ziehen jedoch nur etwas mehr als 20 Prozent wegen einer beruflichen Entsendung ins Ausland. Jeweils vierzehn Prozent der Befragten aus Österreich sind in der IT-Branche oder im Bereich industrielle Fertigung und Konsumgüter tätig.

Schließlich haben Expats aus Österreich auch längere Wochenarbeitszeiten als Expats in Österreich. Für ihren Fleiß werden immerhin 64 Prozent der Befragten mit einem höheren Einkommen als in der Heimat belohnt. (lib, 25.8.2015)

Infos zur Studie:

An der Expat-Insider-Studie 2015 von InterNations nahmen rund 14.300 im Ausland lebende und arbeitende Personen aus 195 Ländern teil.

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