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Wiener Festwochen und Anti-Heimatfilm

27. August 2015, 09:29

Die Projektemacher*innen: Runde Eins am 5. und 6. September

Die neue Reihe Die Projektemacher*innen: Szenen des Entwerfens startet am 5. September um 20.30 Uhr im Haupthof des Wiener MuseumsQuartiers. Das erste Projekt trägt den Titel Neue Wiener Festwochen: Akademie des Verlernens. Entstehen soll eine neue Veranstaltungsreihe für die Wiener Festwochen 2017, die der designierte Intendant der Wiener Festwochen Tomas Zierhofer-Kin und die beiden DramaturgInnen Nadine Jessen und Johannes Maile entwerfen. Im Zentrum der Reihe stehen postkoloniale Fragestellungen und deren Umsetzung in eine konkrete ästhetische Praxis. Dabei ist es notwendig, die konventionelle Bildung, die auf bloßer Informationsakkumulation beruht, in ein Lernen und insbesondere Verlernen umzuformen.

Der Kulturmanager, Sänger und Radiomacher Zierhofer-Kin ist enorm erfahren, was die Planung und Umsetzung von Kulturprojekten betrifft. Er ist seit 2004 Intendant des donaufestivals in Krems und leitete von 1993 bis 2002 das Zeitfluss-Festival der Salzburger Festspiele.

Erfahren mit interdisziplinären Projekten sind auch Johannes Maile und Nadine Jessen. Maile war von 2006 bis 2013 künstlerischer Leiter des Wiener WUK für Theater und Tanz. Neben seinen dramaturgischen und performerischen Arbeiten inszeniert er regelmäßig. Nadine Jessen ist Dramaturgin am dietheater in Wien und seit 2007 in Kampnagel, Hamburg. Sie lehrt an der Akademie der bildenden Künste Wien im Bereich der Critical Studies, ist Mitglied des Performancekollektivs Dolce After Ghana und gründete das Label Voodoo Chanel mit Melissa Logan. Der Künstler Nikolaus Gansterer begleitet das Geschehen der ProjektmacherInnen mit performativen Zeichnungen.

Am 6. September 2015 ab 20.30 Uhr wird das Projekt Ein Anti-Heimatfilm: Schwarzes Gold und Gelber Stern entworfen. Die belgische Filmemacherin Nathalie Borgers und der französische Historiker Jérôme Segal haben jeder zu ihren eigenen Familiengeschichten geforscht. Borgers hat 2010 unter dem Titel Liebesgrüße aus Kolonien einen brisanten Film über ihre Familie veröffentlicht und dabei ein Stück europäische Kolonialgeschichte angerührt, das bis heute tabuisiert ist. Segals aktuelle Recherchen haben ihn von Wien bis nach Galizien geführt. Aufgrund seiner Entdeckungen wird nun ein Film entwickelt, in dem es um ukrainisches Erdöl, die Wiederansiedelung nach der Vertreibung und jüdische Identität abseits eines religiösen Lebens geht. Borgers wird dabei ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen. Im Zentrum des Projekts stehen Fragestellungen wie: Wie kann man aus einer Familiengeschichte einen Film über die jüdische Identität entwickeln? Wie sind wir von unserer Familiengeschichte bestimmt?



Eindrücke des ersten beiden Veranstaltungsabende finden Sie hier:
Die Projektmacher*innen: Szenen des Entwerfens – Part 1



Bei Schönwetter finden alle Veranstaltungen Open Air im Haupthof des MuseumsQuartiers statt, bei Schlechtwetter in der Arena 21. Der Eintritt ist frei.

  • designierter Intendant der Wiener Festwochen Tomas Zierhofer-Kin
    foto: david visnjic

    designierter Intendant der Wiener Festwochen Tomas Zierhofer-Kin

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