Ex-Formel-1-Pilot Wilson nach Unfall gestorben

25. August 2015, 07:54
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37-Jähriger erlag schweren Kopfverletzungen und entfacht neue Sicherheitsdebatte in der Welt der dröhnenden Motoren

Long Pond – Wenige Wochen nach Jules Bianchi trauert die Motorsportwelt um einen weiteren früheren Formel-1-Piloten. Der Brite Justin Wilson starb am Montag an den schweren Kopfverletzungen, die er sich am Tag zuvor bei einem Rennen der amerikanischen Indycar-Serie zugezogen hatte. Der 37-Jährige war in Long Pond (Pennsylvania) von Trümmerteilen getroffen worden.

Wilson absolvierte 2003 für Jaguar und Minardi eine Saison in der Formel 1. Danach wechselte er über das nordamerikanische Champ Car ins Indycar. Wilson hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. "Justin war ein liebender Vater und hingebungsvoller Ehemann ebenso wie ein stark wetteifernder Rennfahrer, der bei seinen Kollegen Respekt genoss", hieß es in einer Stellungnahme seiner Familie.

Die Motorsport-Welt ist schon wieder zum Stillstand gekommen. Erst vor sechs Wochen war der Franzose Bianchi an den Folgen eines im Oktober 2014 beim Formel-1-Grand-Prix von Japan erlittenen Unfalls gestorben.

Geschlossenes Cockpit?

Wie Bianchi erlag auch Wilson schweren Kopfverletzungen. Der Brite wurde in der 179. von insgesamt 200 Runden von Trümmerteilen des vor ihm fahrenden Wagens von Sage Karam am Kopf getroffen. Der US-Amerikaner war mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenmauer des Pocono Raceway gekracht, dabei löste sich das Teil. Auf dem Vier-Kilometer-Kurs in Pennsylvania erreichen die Boliden Geschwindigkeiten von mehr als 320 km/h.

"Das ist ein monumental trauriger Tag für Indycar und die gesamte Motorsport-Familie", sagte Mark Miles, Geschäftsführer des Indycar-Besitzers Hulman & Co. Nach dem tödlichen Unfall wurden erneut höhere Sicherheitsstandards in der Serie gefordert. Auch der Wunsch nach einer geschlossenen Kuppel über dem Fahrer erhielt neue Nahrung.

"Diese Autos mit offenem Cockpit sind von Natur aus gefährlich", sagte Wilsons US-Teamkollege Ryan Hunter-Reay von Andretti Autosport. "Der Kopf ist exponiert." Das wäre 2009 beinahe bereits dem Formel-1-Piloten Felipe Massa zum Verhängnis geworden. Der Brasilianer wurde im GP von Ungarn von einer vom Auto seines Landsmannes Rubens Barrichello weggebrochenen Feder am Kopf getroffen, lag einige Tage im Koma, erholte sich aber vollständig. (APA, Reuters, red, 25.8.2015)

  • Justin Wilson erlag seinen Verletzungen.
    foto: apa/ap/hamilton

    Justin Wilson erlag seinen Verletzungen.

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