Nach Mord in Rumänien: Polizei sucht in Steiermark Leichenteile

23. August 2015, 17:31
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Landespolizeidirektion: Warten auf weitere Informationen

Hartberg – Nach dem Mord an einem 75-Jährigen in Rumänien dürfte der mutmaßliche Täter, sein 40-jähriger Sohn, in der Oststeiermark eventuell Teile der Leiche oder Kleidung versteckt haben. Die Landespolizeidirektion bestätigte am Sonntag entsprechende Medienberichte. Der Sohn wurde am Freitag an der Grenze zwischen Ungarn und Rumänien verhaftet, nachdem die Frau des Opfers Alarm geschlagen hatte.

Der Mord soll den Zeitungsberichten zufolge am Mittwochabend im westrumänischen Dorf Hodos im Kreis Bihor (Hauptstadt Oradea beziehungsweise Großwardein) an der Grenze zu Ungarn verübt worden sein. Der mutmaßliche Täter hatte dann am Donnerstag die Rückreise seiner im oststeirischen Neudau (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) lebenden Schwester genutzt, die in Rumänien bei der Familie auf Urlaub war. Der 40-Jährige begleitete sie im Auto. Dabei benahm er sich seltsam und ließ seine gelbe Sporttasche nicht aus den Augen. In Neudau verschwand er bis Freitag früh, kam plötzlich zurück und wollte schnellstens nach Rumänien zurück – ohne Tasche.

Die Schwester des Mannes machte sich wieder auf den Weg nach Hodos, ihre 16-jährige Tochter war mit dabei. In der Zwischenzeit meldete sich die Mutter der Lenkerin und des Verdächtigen telefonisch bei der 19-jährigen Tochter, die in Neudau geblieben war: Die zerstückelte Leiche des 75-Jährigen war gefunden worden.

Internationale Fahndung

Die 19-Jährige konnte Mutter und Schwester, die mit dem mutmaßlichen Mörder im Auto saßen, telefonisch nicht mehr erreichen und bat weinend in der Polizeiinspektion Hartberg um Hilfe. Die örtliche Kriminaldienstgruppe handelte rasch: Die Beamten gaben der jungen Frau Anweisungen, die diese an die Mutter weitergeben sollte, eine internationale Fahndung wurde eingeleitet. Als sich die Mutter am Freitag dann nach Stunden endlich meldete, befolgte sie die Anleitung der Polizisten und ließ den Bruder etwa 25 Kilometer vor der Grenze zwischen Ungarn und Rumänien zurück.

Am Grenzübergang Artand auf der E60 wurde der Pkw mit den beiden Frauen angehalten. Sie beschrieben den Polizisten den Aufenthaltsort des 40-Jährigen, der wenig später festgenommen wurde. Laut steirischer Polizei ist er mittlerweile nach Rumänien ausgeliefert worden. Die zwei Frauen hatten sich offenbar tatsächlich in Gefahr befunden: Der Rumäne hatte seiner Schwester u.a. verboten zu telefonieren.

In Neudau wurde am Samstag die Gegend rund um das Haus der Familie mit einem Leichenspürhund erfolglos nach der Tasche abgesucht, die eventuell Leichenteile oder die Tatkleidung beinhalten könnte. "Vorerst ist die Suche eingestellt", so Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion zur APA. Man wisse nicht genau, wonach man suchen solle. Es würden weitere Infos der rumänischen Kollegen abgewartet. Zeugen, die den Mann mit einer gelben, großen Tasche gesehen haben, wurden gebeten, sich bei der Polizei zu melden: entweder bei der Polizei Hartberg, Telefonnummer 059133-6230100, oder bei der Polizei Bad Waltersdorf unter 059133-6231100. (APA, 23.8.2015)

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