Südkoreas Präsidentin verlangt Entschuldigung des Nordens

24. August 2015, 08:21
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Nach Zuspitzung der Gespräche in den vergangenen Tagen unternehmen ranghohe Vertreter einen Versuch zur Beruhigung

Seoul/Pjöngjang – Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye hat den Norden aufgefordert, sich bei den innerkoreanischen Gesprächen für bewaffnete Provokationen zu entschuldigen. Ansonsten werde die Lautsprecher-Propaganda gegen den Norden fortgesetzt, erklärte Park am Montag.

Anfang August waren bei der Explosion von Landminen in der demilitarisierten Zone zwischen beiden Staaten zwei südkoreanische Soldaten verletzt worden. In der Folge begann der Süden per Lautsprecher die Ausstrahlung einer Mischung aus Nachrichten und Popmusik Richtung Norden. Nordkorea hat bestritten, die Minen gelegt zu haben.

Die Regierung in Pjöngjang forderte den Süden vielmehr ultimativ auf, die Propaganda einzustellen und drohte mit einem Militäreinsatz. Vertreter beider Staaten verhandeln derzeit im Grenzort Panmunjom, um die Krise beizulegen. Der Konflikt eskalierte am Donnerstag, als der Norden den Süden beschoss und dieser darauf mit Artilleriefeuer reagierte.

Weitere Verhandlungen

Nach den zunehmenden militärischen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea werden die Verhandlungen im Grenzort Panmunjom fortgesetzt, teilte ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul am Montag vor Journalisten nach den Diskussionen über Nacht mit. Details nannte er nicht.

Eine der größten Streitfragen scheine die gegen Nordkorea gerichtete Lautsprecher-Propaganda Südkoreas an der Grenze zu sein, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Die Gespräche, die am Samstag begonnen hatten, waren nach einer ersten ergebnislosen Runde am Sonntag wieder aufgenommen worden. Das Treffen begann kurz nach Ablauf eines Ultimatums von Nordkorea. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte Seoul aufgefordert, die Beschallungsaktion an der Grenze binnen 48 Stunden zu beenden. Nordkorea drohte mit Militärschlägen und setzte die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft.

Südkorea hatte die Propaganda nach neuen Spannungen in diesem Monat wieder aufgenommen. Seoul warnte Pjöngjang eindringlich vor Provokationen. Der Konflikt zwischen beiden Staaten schwelt seit Jahrzehnten. Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) kam es immer wieder zu militärischen Zwischenfällen an der Landes- und Seegrenze. (APA/Reuters)

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