Kleine Kinder, große Autos

Kolumne22. August 2015, 11:55
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Manchmal geht es schnell, von autofrei glücklich, hin zum stolzen Besitzers eines Familien-Vans.

Ein seltsames Phänomen greift im Freundes- und Familienkreis schleichend um sich: Paare waren jahrelang autofrei glücklich – ja sogar stolz darauf, es ganz ohne fahrbaren Untersatz durch den Alltag zu schaffen. Wer braucht Auto, wenn es Öffis gibt?

Kündigt sich aber das erste Kind an, ändert sich wirklich alles. Um das günstig erstandene Kinderbett und die von Freunden geborgte Wiege zu transportieren, muss man sich einen Kombi ausborgen. Und kommt so auf den Geschmack, scheint es.

Knautschzone

Denn ist das Baby dann erst einmal da, muss ein Auto her – und zwar nicht irgendeines, sondern das größte, das das Budget erlaubt. "Irgendein kleines Auto", mit dem die Wege zu den Großeltern der kleinen Emma in Oberösterreich einfacher bewältigbar werden, wurde so kürzlich beispielsweise zu einem ausgewachsenen VW Touran. Aus Platz-, aber auch aus Sicherheitsgründen, wird argumentiert, weil es die Knautschzone rund um die Kleinen erweitert.

Das ist natürlich irgendwie selbst für Kinderlose zu einem gewissen Maß verständlich: Ein Kind selbst wäre ja im Grunde mit seinen paar Kilos leicht zu transportieren – das geht je nach Muskelkraft fast einhändig. Aber Kinderwagen, Wickelzeug, Spielzeug und allerlei Kleidung für den Fall der Fälle sind da schon unhandlicher.

Puppe und Bobby-Car

Und je älter das Kind wird, umso mehr Krimskrams ist nötig: Auf einmal müssen auch drei Puppen (namens Lilli, "Puppe" und "Puppe") mit an Bord. Inklusive Puppenkinderwagen. Und demnächst auch ein Bobby-Car. Früh übt sich. (Franziska Zoidl, 22.08.2015)

  • Ein kleines Kind allein bräuchte ja kein großes Auto, aber Kinderwagen, Kleidung, Spiel- und Wickelzeug sollen ja auch mitfahren.
    foto: zoidl

    Ein kleines Kind allein bräuchte ja kein großes Auto, aber Kinderwagen, Kleidung, Spiel- und Wickelzeug sollen ja auch mitfahren.

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