Kanzlerfest trotz Flüchtlingskrise

Ansichtssache21. August 2015, 20:30
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Wien – Aller Kritik zum Trotz ist Freitagabend das traditionelle SPÖ-Sommerfest über die Bühne gegangen. "Wenn man sich darum kümmert, dass die Situation für Flüchtlinge in schwierigen Zeiten besser wird, kann man auch feiern", sagte der Gastgeber, Bundeskanzler Werner Faymann, nach der Eröffnung. Bei eher abgekühlten Temperaturen sollte über die Problematik kommuniziert werden.

Neben Kanzler und roter Regierungsriege sowie SPÖ-Landesvertretern waren zum "Kanzlerfest" wie immer zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Religion erschienen. Darunter Rechnungshofpräsident Josef Moser, Kammersängerin Birgit Sarata, ÖGB-Präsident Erich Foglar und der Philosoph Konrad Paul Liessmann. TV-Physiker Werner Gruber prophezeite auf der Bühne für den Abend nach der Wien-Wahl einen rot erstrahlenden Mond.

Faymann zeigte sich in seiner Eröffnungsrede stolz auf die vielen engagierten Geister in seiner Partei, allen voran Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der viele Flüchtlinge aufnehme. Geldverschwendung in Zeiten des Flüchtlingsdramas sei das Fest keine, da fehlendes Geld in diesem Fall nicht das Problem sei. "Ich wünsche mir, dass die Länder ihre Quote erfüllen", meinte er stattdessen.

Proteste gegen das Fest gab es dennoch: So entfaltete die Parteijugend im Garten des Hotels in Altmannsdorf ein Transparent mit der Aufschrift "Willst du hier dein Kind zur Welt bringen?", um auf die Obdachlosigkeit im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen aufmerksam zu machen. Die Neos wiederum hatten sich vor dem Gartenhotel postiert und eine "Baustelle" errichtet, um gegen die Politik der SPÖ in der Stadt Wien zu protestieren. (APA, 21.8.2015)

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foto: apa/herbert neubauer
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