Bayern: Mindestens fünf Erkrankte wegen Cucurbitacin

21. August 2015, 18:32
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Das bayrische Landesamt warnt vor dem Verzehr bitter schmeckender Zucchini

Erlangen – Am Donnerstag wurde bekannt, dass ein 79-Jähriger im deutschen Bundesland Baden-Württembergs an einer Vergiftung durch eine Garten-Zucchini gestorben ist. In Bayern sind nach Behördenangaben in diesem Sommer mindestens fünf Menschen nach dem Verzehr bitterer Zucchini oder Kürbisse ärztlich behandelt worden. Bei allen Patienten seien sogenannte Cucurbitacin-Vergiftungen dafür verantwortlich gewesen, berichtet das bayerische Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen.

Es gibt keinen weiteren Todesfall, sagte ein Behördensprecher. Allerdings sei unklar, wie hoch die Dunkelziffer bei Vergiftungen nach dem Verzehr cucurbitacin-belasteten Gemüses sei.

Nicht jeden Durchfall brächten Betroffene oder Ärzte mit dem Verzehr bitterer Zucchini oder Kürbissen in Zusammenhang. In Österreich sind bisher keine derartigen Fälle bekannt geworden, heißt es von Seiten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Empfehlung: Handelsübliche Samen verwenden

Das bayrische Landesamt hat vor dem Verzehr bitter schmeckender Zucchini gewarnt. Wegen der Trockenheit scheinen sich in diesem Jahr in privat angebauten Kürbissen und Zucchini vermehrt Bitterstoffe gebildet zu haben. Die sogenannten Cucurbitacine können Durchfallerkrankungen, beim Verzehr größerer Mengen sogar lebensgefährliche Darmschäden auslösen.

Zwar hätten Züchtungen dafür gesorgt, dass diese Giftstoffe in nur sehr geringem Umfang vorkommen, sogenannte Rückkreuzungen mit Zierkürbissen, die in hohem Maße Cucurbitacine enthalten, könnten aber dazu führen, dass Pflanzen cucurbitacin-haltige Früchte tragen. Beim Anbau von Ess-Kürbissen sollte nur handelsüblicher Samen verwendet werden, empfiehlt das LGL. (APA/dpa, 21.8.2015)

  • Der Bitterstoff Cucurbitacin ist aus Kürbisgewächsen wie Gurken und Zucchini herausgezüchtet worden. In Einzelfällen können sie aber durch Rückmutationen und Rückkreuzungen das Gift enthalten.
    foto: ap/lee reich

    Der Bitterstoff Cucurbitacin ist aus Kürbisgewächsen wie Gurken und Zucchini herausgezüchtet worden. In Einzelfällen können sie aber durch Rückmutationen und Rückkreuzungen das Gift enthalten.

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