Antonio Fian: Stammtisch

21. August 2015, 17:33
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Wirtshaus. Am Stammtisch mehrere Männer um die siebzig

DER ERSTE: Habt ihr das gelesen, dass Porsche einen von seinen tüchtigsten Lehrlingen entlassen hat, nur weil er auf Facebook gesagt hat, dass Flammenwerfer die bessere Lösung wären gegen Flüchtlinge als Wasserduschen? Also, bei aller Liebe, aber da beißt sich die Wirtschaft ins eigene Fleisch.

DER ZWEITE: Die Konzerne sind halt empfindlich. Verständlich, grad bei Porsche.

DER ERSTE: Bitt' dich, wir haben bei Swarovski gelernt, und was haben wir zusammengeredet, wie wir jung waren!

DER DRITTE (lacht): Was ist der Unterschied zwischen einem dicken und einem dünnen Juden, weißt du noch?

DER VIERTE (lacht): Genau! Wie viele Juden passen in einen VW-Käfer?

(Gelächter)

DER ERSTE (zum Zweiten): Und? Ist deswegen irgendwer entlassen worden?

DER ZWEITE: Nein. Weil wir gewusst haben, sowas erzählt man am Stammtisch, aber man trompetet es nicht hinaus auf Facebook.

DER DRITTE: Ja, weil's Facebook nicht gegeben hat! Ich möcht' nicht wissen, wie's ausgeschaut hätte, wenn es Facebook schon gegeben hätte.

DER ERSTE: Schlecht hätt's ausgeschaut, ganz schlecht! Wirtschaftswunder ade!

(Vorhang)

(Antonio Fian, 21.8.2015)

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