Hasspostings: ZDF hadert mit "Aktenzeichen XY"-Beitrag

21. August 2015, 15:58
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Redaktion wollte Beitrag über Vergewaltigung erst später senden – ZDF revidiert Entscheidung

Mainz/Wien – Zu einem Aufruhr in den sozialen Netzwerken führte am Donnerstag die Entscheidung einer ZDF-Redaktion, einen Beitrag aus der Sendung "Aktenzeichen XY" aufgrund der Hautfarbe des Verdächtigen nicht auszustrahlen. Der Fahndungsaufruf nach einem mutmaßlichen Vergewaltiger sollte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

In einer Stellungnahme auf dem Portal "Der Westen" erklärte Aktenzeichen-Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann das Vorgehen der Redaktion mit der Stimmungsmache gegen Flüchtlinge: "Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient." Im Besonderen bezieht sich Reize-Wildemann auf die im Internet grassierenden Hasspostings und die Anschläge auf geplante Flüchtlingsunterbringungen.

ZDF rudert zurück

In einer weiteren Stellungnahme in den sozialen Medien revidiert das ZDF die Entscheidung der Sendungsredaktion:

Die Fälle würden in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei nach Relevanz der Fälle, ihrer Dringlichkeit und dem jeweiligen Ermittlungsstand ausgewählt, heißt es darin. Nach Medienberichten erklärte ZDF-Sprecher Rainer Stumpf, dass Hautfarbe oder andere Persönlichkeitsmerkmale bei der Auswahl der Fälle keine Rolle spielen würden.

Behörden erfreut

Die Dortmunder Polizei die den Fall bearbeitet, reagiert positiv auf den Schwenk des Senders. Pressesprecher Oliver Peiler gegenüber den "Ruhrnachrichten" : "Wir halten die Entscheidung des ZDF für sehr begrüßenswert. Da die bundesweite Öffentlichkeits-Fahndung eine große Chance bietet, den Täter doch noch zu ermitteln." (ahab, 21.8.2015)

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