IFA vor 80 Jahren: Erstes Magnet-Tonband vorgestellt

21. August 2015, 14:59
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Magnetophon K1 wurde für AEG entwickelt und nahm 20 Minuten auf

Magnetische Speichermedien sind auch heute noch in vielen modernen Geräten wie Notebooks, Videorekordern oder Camcorder unverzichtbar. Auf der Funkausstellung in Berlin wurde dafür vor 80 Jahren ein Grundstein gelegt. Im August 1935 sorgte eine Erfindung auf der damals noch "Großen Deutschen Rundfunkausstellung Berlin" für Aufsehen.

Magnetophon K1

Gezeigt wurde erstmals das Magnetophon K1, das der Ingenieur Eduard Schüller für die AEG entwickelt hatte. Das Magnetophon nahm 20 Minuten auf und war damals anderen Techniken damit deutlich überlegen.

Schüller war von der AEG mit der Entwicklung eines ersten serienreifen Aufzeichnungs- und Wiedergabegerätes beauftragt worden. Die AEG hatte seit 1932 mit der damaligen I.G. Farben (später u.a. wieder BASF) dafür zusammengearbeitet. So steuerte I.G. Farben auch einen speziellen Antrieb bei, der das Problem behob, dass die Bänder beim Vor- und Zurückspulen stets rissen.

Prototyp vernichtet

Der Prototyp des Magnetophon K1 soll drei Tage nach der Präsentation unter Schirmherrschaft des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels bei einem großen Brand auf dem Messegelände vernichtet worden sein. 1938 wurde das Gerät von der "Reichs-Rundfunk-Gesellschaft" für Sendezwecke eingesetzt. Nach Kriegsende sollen die Geräte das Interesse der Alliierten aus den USA geweckt haben, da dort noch magnetisierter Draht zur Tonaufzeichnung genutzt wurde. 1950 kamen dann in Deutschland die ersten Tonbandgeräte für den Heimgebrauch von AEG und Grundig auf den Markt. (APA/dpa, 21.8.2015)

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