Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Bayern

21. August 2015, 12:12
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Keine Verletzten

Unbekannte haben in der Nacht auf Freitag einen Brandanschlag gegen eine Asylwerberunterkunft in der bayrischen Kreisstadt Neustadt an der Waldnaab unternommen. Von den 19 Bewohnern, die aus Aserbaidschan kommen, sei niemand verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher zum "Bayrischen Rundfunk" online. Die Feuerwehr konnte das glimmende Mobiliar noch vor dem Entflammen unter Kontrolle bringen,

Ein Asylbewerber hatte demnach gegen 3.20 Uhr beobachtet, wie zwei Männer aus einem Fenster im Erdgeschoß flüchteten. Ein Dritter soll vor dem Gebäude gewartet haben. Die Polizei schließe einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus, ermittle jedoch in alle Richtungen, heißt es in dem Bericht.

Erst vergangene Woche wurde eine Brandstiftung im Bundesland Rheinland-Pfalz bekannt. Laut der deutschen "Tagesschau" gab es im ersten Halbjahr 2015 150 Fälle von Brand- oder sonstigen Angriffen gegen Asylwerberunterkünfte in Deutschland. Im gesamten Jahr 2014 waren es 170. In Thüringen kam es indes am Donnerstag zu Ausschreitungen in einem überbelegten Flüchtlingsheim mit mindestens 17 Verletzten.

Bis zu 800.000 Asylwerber erwartet

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere stellte indes eine neue Prognose vor, der zufolge bis zum Jahresende bis zu 800.000 Asylanträge erwartet werden. Bisher war der Bund von 450.000 Anträgen ausgegangen. Im Gesamtjahr 2014 gab es gut 200.000 Anträge. De Maiziere ist der Meinung, eine Zahl von 800.000 Asylbewerbern sei für ein Land wie Deutschland auf Dauer zu viel.

Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage hingegen der Meinung, dass ihr Land die große Zahl von ankommenden Flüchtlingen verkraften kann. 60 Prozent der Befragten äußerten sich dementsprechend im aktuellen ZDF-"Politbarometer". Das waren etwas mehr als im Vormonat Juli, als 54 Prozent diese Ansicht vertraten, wie der Sender am Freitag mitteilte. 37 Prozent sehen dies nicht so.

Fast drei Viertel der Bürger sind demnach dafür, dass es bei der Unterbringung von Flüchtlingen und der Abwicklung der Asylverfahren Unterschiede geben sollte – je nachdem, welche Chance jemand auf ein Bleiberecht hat. 23 Prozent sprechen sich dagegen für eine Gleichbehandlung aller Flüchtlinge aus. Der Vorschlag, diesen Menschen weniger Geld- und dafür mehr Sachleistungen zu geben, stößt mehrheitlich auf Zustimmung (69 Prozent), 26 Prozent lehnen das ab.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte von Dienstag bis Donnerstag 1.251 Wahlberechtigte telefonisch. (red, APA, 21.8.2015)

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