Neue Affenart in Perus Regenwald entdeckt

21. August 2015, 11:48
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Expeditionsteam stieß nicht nur auf eine in Vergessenheit geratene Spezies, sondern auch auf eine bislang unbekannte

Paris – Im Urwald von Peru haben Forscher eine neue Springaffenart entdeckt. Der Primat hat ein schwarzes Gesicht und einen rötlich-braunen Körper und Schwanz und erhielt die Speziesbezeichnung Callicebus urubambensis, wie Expeditionsleiter Jan Vermeer mitteilte. Als Name wurde – ins Deutsche übersetzt – "Brauner Urubamba-Springaffe" (Urubamba brown titi monkey) vorgeschlagen, denn die neue Art lebt im Regenwald westlich des Flusses Urubamba.

Die peruanische Tierschutzorganisation Proyecto Mono Tocón hatte die Expedition Ende 2013 organisiert. Die Ergebnisse hatten die Forscher Jan Vermeer und Julio Tello-Alvarado kürzlich in der Fachzeitschrift "Primate Conservation" veröffentlicht.

Wieder- und Neuentdeckung

Das Forscherteam hatte erst den Wald östlich des Urubamba durchforstet und dabei eine in Vergessenheit geratene Art wiederentdeckt. Der Toppini-Springaffe (Callicebus toppini) war schon 1914 beschrieben worden, laut Vermeer lebte er vermutlich einst in dem riesigen Gebiet im Süden Perus, im Westen Brasiliens und im Norden Boliviens.

Auf ihre wichtigste Entdeckung stieß die Expedition dann westlich des Urubamba. Der neue Springaffe unterscheide sich deutlich von seinen Verwandten, sagte Vermeer. Sein Team konnte mehrere Familien beobachten, fotografieren und filmen. Bei einem zufälligen Treffen mit einem Jäger habe dieser ihnen auch ein Fell und einen Schädel überlassen, die im Naturkundemuseum von Lima ausgestellt würden.

Und zur Abwechslung muss eine neuentdeckte Säugetierart nicht gleich als gefährdet eingestuft werden: Die Affen scheinen eine insgesamt etwa 350 Kilometer lange Waldregion zu bevölkern. Da es sich um eine abgelegene Region handelt, in der noch kaum gejagt wird, dürfte die Spezies laut Vermeer relativ sicher sein.

Die Vewandtschaft

Die Springaffen (Callicebus) bilden die größte Affengattung in Südamerika mit 34 bekannten Arten, die sich vor allem durch verschiedene Körperfarben unterscheiden. Allesamt sind sie Waldbewohner und ernähren sich vorwiegend von Früchten. Sie sind im Schnitt etwas kleiner als Katzen, leben in kleinen Familienverbänden und verteidigen ihr Territorium mit lautem Geschrei. (APA/red, 21. 8. 2015)

  • Callicebus urubambensis ist dunkler als seine nächsten Verwandten unter den Springaffen.
    foto: proyecto mono tocón

    Callicebus urubambensis ist dunkler als seine nächsten Verwandten unter den Springaffen.

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